Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 419 (sequence 430)
- Language
- German, English, Hebrew
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Sokolow ein Unterschied vorhanden? Halten Sie mich nicht für einen „Scholem-Macher"! Aber halten Sie mich für einen Menschen, der mit dem gesunden Menschenverstand versucht, sich etwas über die Psychologie der Parteien zu erheben. Wenn wir sagen, der Aufbau von Palästina soll so geführt werden, wie er von Ruppin begonnen worden ist; wenn wir sagen, daß der Ackerbau seine Grundlage bilden muß — und das ist von allen Seiten gesagt worden, und man hat es doch auch vom Misrachi nicht nur gesagt, man hat ja doch auch etwas getan; er stellt ja auch seine Beiträge zu dieser Ackerbau-Kolonisation, er weist ja auch auf seine Chaluzim hin, nicht nur auf diejenigen, die schon in Palästina angelangt sind, sondern auch auf diejenigen, die noch kommen sollen; das ist keine Phrase, ich habe diese Massen gesehen; wenn wir also sagen und der Misrachi sagt genau dasselbe, und der Jablonner Rebbe oder der Kosinitzer sind uns alle lieb und teuer; und wir alle erklären, daß dem Ackerbau der Vorzug gegeben werden muß — dann beantworten Sie mir diese Frage mit einfachen Worten: was ist eigentlich der Unterschied? Wo liegt der Grund zu diesen ungeheuren Aufregungen? Es ist ein großer Unterschied zwischen der kapitalistischen Weltanschauung und zwischen der sozialistischen Weltanschauung. Aber wir sind doch nicht in dem Zionistenkongreß zusammengetreten, um die Kapitalisten zum Sozialismus oder die Sozialisten zum Kapitalismus zu bekehren und darüber abzustimmen. Das wäre doch naiv. (Lebhafter Beifall.) Wir berufen uns so oft auf Herzl, wir haben uns zur Parole gemacht: Zurück zu Herzl! Herzl hat erklärt: Der Zionismus ist eine Arena, in der sich die Vertreter aller Parteien vereinigen. Sie vereinigen sich hier nicht, um Proselyten zu machen, um die Leute abzubringen von ihren Anschauungen. Wir haben verschiedene Male erklärt, wir sind keine religiösen Reformatoren, wir verwerfen das ganze System der religiösen Reform. Wir sind ebensowenig festgelegt auf eine soziale Reform. Das kann jeder in Gottes Namen tun, aber nicht auf diesem Kongresse. Dazu sind verschiedene andere 27* 419