Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 418 (sequence 429)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte sind. Wenn das nun der Fall ist, so bitte ich Sie, verehrter Kongreß, wo liegen die Unterschiede? Wo sind die Gegensätze, die Sie trennen? Sie sind nicht da, wenigstens in der Logik nicht. Sie sind in der Einbildung, sie sind im Temperament vorhanden, aber nicht in den Tatsachen. Wenn Sie in den Tatsachen suchen werden, so müssen Sie zu dem Konkreten kommen, und das einzig Konkrete in der ganzen Debatte, in der Flucht der Erscheinungen der feste Punkt ist das Budget. Hätten Sie diese Frage angeschnitten, hätten Sie sich in der Generaldebatte mit dem Budget beschäftigt, hätten Sie Ihre Postulate aufgestellt, dann könnte ich Sie verstehen. Aber wenn Sie so ins Blaue hinein sprechen, dann verstehe ich Sie einfach nicht. Ich meine nicht, daß ich nicht jedes Wort und jede Nuance und auch die unausgesprochenen Worte verstehe, ich verstehe sie buchstäblich. Ich verstehe, was Sie reden, aber logisch verstehe ich Sie nicht. Es ist nicht die Zeit, wenigstens auf diesem Kongreß, diesen Redekampf auszufechten. Es liegt gar keine Notwendigkeit dazu vor. Wir stehen, verehrter Kongreß, an einem Wendepunkt in unserer Geschichte. Der Zionismus hat begonnen, in Erfüllung zu gehen, von diesem Kongreß ab. Und wenn wir sagen: da der Zionismus beginnt in Erfüllung zu gehen, müssen wir für eine größere Einwanderung sorgen, so verstehe ich das; wenn man davon spricht, daß man die Beschränkungen der Einwanderung abschaffen soll, daß man größere Einwanderung ermöglichen soll, so ist das eine positive Forderung, in der wir alle einig sind. Aber die Freiheit der Einwanderung löst das Problem nicht. Es genügt nicht zu sagen: Hier ist das offene Palästina, es mag jeder kommen, der will; sondern man muß sich zu gleicher Zeit auch sagen, daß es eine Frage der Arbeitsmöglichkeiten ist. Es ist eine Frage der Investierungen, die wir in Palästina machen. Je mehr wir in Palästina investieren, desto mehr Arbeitsgelegenheit gibt es dann und desto größer wird die Alijah sein können. Und nun frage ich Sie, geehrter Kongreß, ist in diesem vitalen Punkt — denn das ist doch der vitale Punkt — ist 418