Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 417 (sequence 428)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6127-3482273- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Sokolow Dr. Ruppin hatte die Absieht, schon vor zwei Jahren zurückzutreten, es kostete uns sehr viel Mühe, ihn zu veranlassen, seine Arbeit weitere zwei Jahre fortzusetzen. Aber jetzt hat er uns ehrlich und ohne jede Verschleierung gesagt, daß der Zeitpunkt eingetreten ist, wo er, müde nach der großen Arbeit von 18 Jahren, der Erholung bedarf; und gezwungen haben wir ihm diese Erholung gestattet in der Hoffnung, daß er zu uns zurückkommen wird. (Beifall.) Und auf diese Tatsache, auf diese harmlose und unpolitische, einfach persönliche Tatsache hat man schon einen ganzen Babelturm gebaut und man stellt schon Antithesen auf, und die Antithesen werden schon personifiziert. Schon ist Herr Dr. Halpern zum Träger einer Antithese gegen Ruppin gestempelt worden; das ist absolut falsch, und die Polemik, fofern sie sich auf diese Tatsache stützt, ist sinnlos. Es ist selbstverständlich, daß der Ackerbau die Grundlage bleiben muß. A Aber ich glaube auch, daß unsere Freunde auf der linken Seite zugeben und, ich glaube, sehr wünschen, daß die Zeit gekommen ist, wo man noch andere Kreise nach Palästina hineinführen kann, wie wir das oft wiederholt haben. Wir antworteten immer auf die Einwendungen und die Kritik der sogenannten Mittelklasse: Ja, sie kommen eben nicht, wir haben nur mit denjenigen zu tun, die gekommen sind, das sind die Chaluzim, das sind die ackerbautreibenden Elemente. Nun sind die Leute von der Mittelklasse gekommen. Und wenn sie gekommen sind, müssen wir doch etwas für sie tun! Und damit ist doch die ganze Linke einverstanden. Es ist — ich hörte sehr oft gespannt dem Hin- und Herreden zu, und es macht auf mich immer den Eindruck, daß jede Partei der anderen etwas einredet, was diese in Abrede stellt — es ist nicht das Programm der Partei der Rechten, den Ackerbau zu unterschätzen oder einen neuen Kurs einzuschlagen, wie es auch nicht das Programm der Parteien auf der linken Seite ist, die sogenannte Mittelklasse zu unterschätzen und sie nicht brüderlich in Palästina aufzunehmen. Ich kann Tatsachen aufweisen, wie sie aufgenommen worden 27 417