Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 406 (sequence 417)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte abzurechnen haben und nicht mit Weizmann allein! (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Rabbi Usiel. Delegierter Rabbi Benzion Usiel (von lebhaftem Beifall begrüßt — hebräisch): Es ist sehr bedauerlich, daß auf dem Kongreß soviel deutsch gesprochen wird. Man sollte einen Beschluß fassen, daß der nächste Kongreß in Palästina abgehalten werde, dann wird der jüdische Kongreß auch hebräisch sein. Die zionistische Arbeit ist in eine Periode der Konkretisierung gelangt, und es ist Pflicht der Zionistischen Organisation, das nötige Budget sicherzustellen. Palästina und die Erlösung des Landes haben nicht nur für die im Lande Wohnenden einen Wert, sondern es ist bestimmt, von den Juden der ganzen Welt die Galuth wegzunehmen. Sie werden mehr von Palästina empfangen, als sie dem Lande geben. Die Zionistische Organisation muß die religiösen Forderungen der gestzestreuen palästinensischen Juden berücksichtigen. Alles, was im Lande geschieht, muß im richtigen Geiste, im Geiste der Thora geschehen. Nicht nur in den religiösen Schulen, sondern auch in den allgemeinen Schulen müssen der heranwachsenden Jugend die religiösen Werte vermittelt werden. In jeder Ansiedlung muß eine Synagoge und eine koschere Küche sein. Für diese Bedürfnisse muß ein Posten in das Budget eingestellt werden. Unsere gerechten Forderungen sind immer wieder vorzubringen. Wir müssen von der Mandatarmacht verlangen, daß sie die übernommene Verpflichtung erfüllt. Sie muß mehr jüdische Beamte anstellen und Hebräisch als offizielle Sprache in der Praxis anerkennen. Schließlich fordere ich den Kongreß auf, gegen die furchtbaren Ereignisse in der Ukraine einen mächtigen Protest zu erheben. (Lebhafter Beifall.) Mitglied des A.-C. Dr. Klumel: Ich beantrage Schluß der Debatte ohne Anhörung der eingeschriebenen Redner. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Dazu ist ein Beschluß mit Zweidrittel-Majorität des Kongresses erforderlich. Ich werde nunmehr den Kongreß fragen, wer für Schluß der Debatte ohne Anhörung weiterer Redner ist, mit Ausnahme natürlich der Referenten. Mitglied des Finanz- und Wirtschaftsrates Ing. S. Kaplansky: Die Exekutive beantragt, daß auch Herr Wilkansky das Wort erhält. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Wenn die Exekutive einen Antrag stellt, ist es selbstverständlich, daß Herr Wilkansky das Wort erhalten kann. Wer für Schluß der Debatte ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Jetzt ist Schluß der Debatte angenommen. (Zwischenrufe.) 408