Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 404 (sequence 415)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte um keinen starken Ausdruck zu gebrauchen, einer sehr indifferenten Gesellschaft gegenüber zu stehen. (Ruf: Mit Ausnahme der radikalen Zionisten! — Heiterkeit.) Um auf diesem Kongreß Bewegung zu erzeugen, müßte ich mit Zahlen kommen. Um auf diesem Kongreß Bewegung zu erzeugen, müßte man sagen, ich bin dafür, daß man eine Subvention für Hamaschbir kürzt, und auf der anderen Seite, wenn man dem Misrachi eine Subvention kürzt. Und in der Mitte kann man Begeisterung erzeugen, wenn berichtet, daß Herr Marshall für den Keren Hajessod 10.000 Pfund versprochen hat. (Ruf: Das ist eben ein Arbeitskongreß!) Wenn dieser Kongreß Leben hätte, wäre es zum Beispiel unmöglich, daß er auf die Rede von Stephen Wise nicht reagiert hat. Es wurde festgestellt, daß das Krimprojekt das größte, schärfste Attentat auf den Zionismus ist. (Sehr richtig!) Es wurde festgestellt, daß unter den Beweggründen zur Propagierung dieses Krimprojektes die Absicht, einen Weg zu suchen, um den Juden zu helfen, nur eine verschwindende Rolle gespielt hat. (Sehr richtig!) Es war beabsichtigt, die Zionistische Organisation und damit England zu treffen. Es ist klar, daß dieses Projekt, ausgeführt, einer minimalen Zahl von Juden hilft unter Anwendung von ungeheuren Mitteln. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin (den Redner unterbrechend): Ihre Redezeit ist um. Ich werde den Kongreß befragen, ob er Ihnen die Redezeit um zehn Minuten verlängern will. (Geschieht.) Sie haben weitere zehn Minuten Redezeit erhalten. Mitglied des A. C. Stricker (fortfahrend): In der Actions-Comitesitzung wurde einhellig die Gefahr, die dieses Projekt in sich birgt, festgestellt. Man ist aber zu dem Beschluß gekommen, über die Sache nicht zu sprechen. Ein Beschluß, dem ich mich natürlich nicht gefügt habe und dem ich mich nicht fügen werde. Und wenn dieser Kongreß auseinandergeht, ohne zu dieser Tatsache Stellung genommen zu haben, dann werden Sie sich vielleicht rühmen können, sehr große staatsmännische Allüren an den Tag gelegt zu haben (Delegierter Grünbaum: Jüdische Staatsmännerallüren!), aber keine staatsmännische Weisheit, und vor allem werden Sie darauf verzichtet haben, daß die Zionistische Organisation der Repräsentant des jüdischen Volkes ist. Denn der Repräsentant des jüdischen Volkes darf dazu nicht schweigen. Allerdings kann ich es nicht unterlassen, diese Sache als ein sehr lehrreiches Beispiel für den Fall der Erweiterung der J e w i s h Agency hier vorzubringen. Geehrter Kongreß! Wir verhandeln zum Zweck der Erweiterung der Jewish Agency mit den jüdischen Notabeln, verhandeln mit ihnen zwei oder drei Jahre, und während der Verhandlungen ist es nie dazu gekommen, daß man uns auch nur einen Heller, auch nur tausend Dollar für Palästina in Aussicht stellte. Unser Gesinnungsgenosse Levite hat vor einem Jahr die Unvorsichtigkeit begangen, in einem Interview zu sagen, die Herren 404