Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 403 (sequence 414)
- Language
- German, English, Hebrew
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Stricker Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Wollen Sie den Ausdruck „Schande" zurücknehmen! Ich kann ihn nicht dulden. Mitglied des A. C. Stricker (fortfahrend): Ich nehme den Ausdruck „Schande14 zurück, weil mich der Herr Vorsitzende dazu aufgefordert hat, und Sie können sich den Ausdruck selber wählen — vorgelegt, das zu akzeptieren, und das Actions-Comite hat akzeptiert. Dieses Universitätskomitee hat aber etwas beschlossen — und jetzt will ich, um den Herrn Vorsitzenden nicht zu molestieren, die Sache selbst sprechen lassen. Das Universitätskomitee hat beschlossen, daß an dieser Universität, die Fleisch und Blut der Zionistischen Organisation ist, Lern- und Lehrfreiheit nicht herrschen darf, daß die Forschung, daß Forschung der Bibel grundsätzlich ausgeschlossen ist (Rufe: Pfui!), daß an dieser Universität Bibelforschung nicht betrieben werden darf. An sich, wenn zum Beispiel dieses Kuratorium oder das Actions-Comite eine Mehrheit gehabt hätte, die diese Tendenz verfolgt, wäre weiter darüber nichts zu reden gewesen. Wenn zum Beispiel meine Gesinnungsgenossen, die Misrachisten, die Mehrheit dort gebildet hätten (Ruf: Gott behüte!), wäre weiter darüber nichts zu reden gewesen. Aber die Mehrheit haben Leute gebildet, welche Anhänger der freien Forschung sind. Und wissen Sie, wie man sie zu Paaren getrieben hat? Präsident Weizmann hat erklärt: Baron Rothschild verlangt diesen Beschluß, und da wir uns mit Baron Rothschild nicht zerschlagen dürfen, müßt Ihr das fressen; und sie haben es gefressen. Und sie haben dies — und hier muß ich gegen den Vorsitzenden kämpfen — sie haben die Universität mit Schmach beladen. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin (gibt das Zeichen mit dem Hammer). Hitglied des A. G. Stricker: Und ich erkläre es für eine Schmach, wenn man ein Forschungsinstitut in seiner Freiheit beschränkt. (Lebhafter Beifall.) Und wenn dieser Kongreß da nicht Wandel schafft, wird er diese Schande weiter mit sich schleppen. Es ist aber charakteristisch und es kann Ihnen einen Vorgeschmack davon geben, was Sie alles werden fressen müssen, wenn es wider Erwarten zur Jewish Agency kommen wird. Da wird man Ihnen noch ganz andere Bissen servieren als diesen. Sie werden es entweder herunterschlucken — das heißt, Sie haben gar keine Wahl, Sie werden es runterschlucken müssen, ob Sie wollen oder nicht. Aber man hat diesem Actions-Comite noch etwas anderes vorgelegt. Man hat ihm vorgelegt die Krim-Angelegenheit. Ich kann mich nicht enthalten, bei dieser Stelle meine Stellung dem Kongreß gegenüber zu präzisieren: die Stellung ist für den Kongreß keine schmeichelhafte, und dem Kongreß steht es frei, bezüglich meiner Person die Konsequenzen daraus zu ziehen. Ich habe bei diesem Kongreß das Gefühl, einer Gesellschaft sehr ehrenwerter Leute, aber, 26*