Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 402 (sequence 413)
- Language
- German, English, Hebrew
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11. Sitzung: Palästinadebatte Rücktrittes bekannt zu geben, und zwar nicht zu dem Zwecke, damit Sie sich über meine Person eine Meinung bilden. Ohne Ihnen nahetreten zu wollen, ist mir diese derzeit ziemlich gleichgültig; sondern Sie werden vielleicht an den Ursachen meiner Demission etwas zu studieren haben. Welche Folgen Sie daraus ziehen werden, das ist Ihre Sache und nicht meine. Ich bin von meinem Posten als Vizepräsident des Actions-Comites zurückgetreten, weil die Tendenz der systematischen Vernichtung der Zionistischen Organisation einerseits von der Zionistischen Exekutive in jeder Weise gefördert wurde, andererseits vom Zionistischen Actions-Comite widerspruchlos hingenommen wurde. (Hört! Hört!) Ich werde Sie nicht mit Theorien belästigen, sondern Ihnen Tatsachen erzählen. Dieses Actions-Comite, welches die höchste Instanz der Organisation sein soll, ist entweder gar nicht einberufen worden oder, wenn es einmal einberufen wurde, hat die Exekutive es je der Mühe wert gefunden, diesem Actions- Comite auch nur einen Bericht vorzulegen? Das Actions-Comite mußte um diese Berichte betteln. Die Tendenz, eine leerlaufende, überflüssige Maschine zu demonstrieren, war klar. Oft wurde das Actions-Comite überhaupt nicht einberufen. Und unter den Gründen wurde zum Beispiel auch angeführt: die Geschichte kostet zu viel Geld. Haben Sie, meine geehrten Gesinnungsgenossen, schon je gehört, daß eine Sitzung von Nationalfondskommissären oder von Palästinaamt-Sekretären oder von Keren Hajessod-Sekretären nicht einberufen wurde, weil kein Geld da war? Da war immer Geld hier. Für die oberste Behörde der Zionistischen Organisation nicht. Ich möchte Sie bei dieser Gelegenheit darauf aufmerksam machen, daß, wenn dieser Kongreß keine Aenderung schafft, folgendes passieren muß: die Zionistische Organisation wird verschwinden und an ihre Stelle werden zwei Bürokratien treten (Delegierter Dr. Waldmann: Sind schon getreten!), die Bürokratie des Keren Hajessod und die Bürokratie des Keren Kajemeth, und von der Organisation wird keine Spur übrig bleiben, nicht eine Spur. Aber nicht nur an der Art der Einberufung, an der Art der Nichteinberufung, an der Art der Beschäftigung des Actions-Comites konnte die Wertschätzung abgemessen werden, die unsere Exekutive dieser kontrollierenden Instanz entgegengebracht hat. Was für Beschlüsse man dem Actions-Comite zugemutet hat, muß ich Ihnen auch an zwei, drei Beispielen demonstrieren. Im Juli 1924 wurden dem Actions-Comite im Anschluß an die Sitzung des Universitätskomitees die Beschlüsse dieses Universitätskomitees vorgelegt. So hat zum Beispiel das Universitätskomitee beschlossen: in das Kuratorium der Universität darf jeder hinein, nur die Zionistische Organisation nicht. Die Exekutive hat diesen Beschluß entgegengenommen, hat ihn dem Actions-Comite vorgelegt und, zur Schande dieses Actions-Comit6s sei es gesagt... 402