Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 399 (sequence 410)
- Language
- German, English, Hebrew
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Gronemann, Dagan liches Problem, wie es die Frage des Bodenkaufes in Palästina ist, betrachten, so müssen wir einsehen, daß man auch dieses Problem unmöglich von einem anderen jetzt aktuellen hochwichtigen politischen Problem, der Frage unserer Beziehungen zu den Arabern, loslösen kann. Wenn wir nun alle die Probleme, die die Redner hier erörtert haben, betrachten und uns bemühen, die Ursachen des langsamen Tempos unserer Kolonisationsarbeit, das insbesondere unseren Hoffnungen im Zusammenhange mit der Steigerung der Einwanderung in den letzten Jahren nicht entsprach, herauszufinden, dann werden wir meiner Meinung nach zur Einsicht kommen müssen, daß all die von den meisten Rednern angeführten Ursachen nicht so wichtig und entscheidend waren, wie man bei oberflächlicher Betrachtung zu glauben geneigt wäre. Es wird behauptet, daß unsere Tätigkeit deshalb beschränkt war, weil das Hauptgewicht der Kolonisationsarbeit auf die Landbesiedlung gelegt wurde und auch die Gelder nach dieser Richtung verwendet wurden, so daß es den anderen Elementen des Jischuw unmöglich war, ihre Kräfte in dem Maße zu entfalten, wie sie es hätten tun können, wenn sie mehr Mittel zur Verfügung gehabt hätten. Es ist auch gesagt worden, daß viele politischen Faktoren, auf die wir gar keinen Einfluß haben, die Entwicklung der Dinge, wie sie sich unsere Führer und unsere öffentliche Meinung vorgestellt hatten, verhinderten. Demgegenüber möchte ich betonen, daß meiner Meinung nach das Wichtigste an der ganzen Sache nicht die Frage des Geldes und der schwankenden politischen Faktoren ist, sondern hauptsächlich und vielleicht sogar einzig und allein die Frage der Menschen in Betracht kommt. Die Opposition hat auch schon ihrem Bedenken Ausdruck gegeben, daß, wenn es ihr sogar gelingen sollte, ein ihren Wünschen entsprechendes Budget durchzusetzen, sie gar keine Bürgschaft dafür habe, daß all die angenommenen Beschlüsse auch tatsächlich durchgeführt werden. Es hängt nämlich alles davon ab, ob wir eine Exekutive haben werden, von der wir annehmen können, daß sie all die beschlossenen Pläne systematisch zu verwirklichen bestrebt sein wird, und deren Mitglieder uns die Gewißheit geben werden, daß sie sich mit allem Eifer der Aufbringung des Budgets und überhaupt der Führung der Geschäfte im Sinne des Kongresses widmen wollen. Erlauben Sie mir, Ihnen einige Beispiele anzuführen, wobei ich schon jetzt bemerke, daß ich die Leute, die ich hier nennen werde, gar nicht bekämpfen oder auf ihre Mißerfolge hinweisen will. Ich will Ihnen nur zeigen, daß wir bei aller Achtung vor diesen Leuten wegen ihrer mangelnden Erfahrung und Eignung nicht eine erfolgreiche Arbeit erwarten können. Ich will zum Beispiel hervorheben, daß das Finanzdepartement von einem Manne geleitet wurde — van Vriesland —, der erst nach der Uebernahme seines Amtes Erfahrungen auf diesem Gebiete zu sammeln begann. Dasselbe können wir im Arbeitsdepartement beobachten. Die Leitung dieses Departements übernahm einer unserer 399