Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 398 (sequence 409)
- Language
- German, English, Hebrew
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SIEBENTER VERHANDLUNGSTAG. 11. Sitzung. Dienstag, den 25. August 1925. Beginn der Sitzung: 2 Uhr 45 Minuten nachmittags. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich erkläre die Sitzung für eröffnet. Im Rahmen der Geschäftsordnung sollte jetzt die Generaldebatte fortgesetzt werden. Ich stelle aber fest, daß die vorgemerkten Redner nicht anwesend sind, und erteile zuerst dem Vorsitzenden des Kongreßgerichtes, Herrn Rechtsanwalt Gronemann das Wort. Vorsitzender des Kongreßgerichtes S. Gronemann: Ich habe im Namen des Kongreßgerichtes, was wir sehr bedauern, nachträglich noch eine Richtigstellung betreffend die Anerkennung von Delegiertenmandaten vorzubringen.. Und zwar teile ich dem Kongreß mit, daß Westgalizien acht Mandate zuerkannt wurden (statt sechs), Australien ein Mandat, der Hitachduth in Palästina zwei Mandate statt einem, ferner erhielt Rußland auf Grund von Wahlen neun Mandate, von denen fünf auf die Hitachduth, drei auf Zeire Zion und eines auf die Gruppe „Dror" entfallen. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Wir haben die Mitteilungen des Kongreßgerichtes zur Kenntnis genommen Das Wort hat Herr Dagan. Delegierter Perez Dagan (hebräisch): Geehrter Kongreß! Da sowohl in den Sitzungen des Kongresses wie auch in den Sitzungen der verschiedenen Kommissionen die verschiedensten Angelegenheiten behandelt wurden, so werde ich mich mit einigen Bemerkungen begnügen über Fragen, die vielleicht nicht genügend erörtert wurden und die auch in den speziellen Kommissionen nicht zur Behandlung kommen werden. Wir Palästinenser, die wir in der Atmosphäre derjenigen Arbeit leben, über die auf diesem Kongreß so viel gesprochen wird, können nicht zwischen ausschließlich wirtschaftlichen und politischen Fragen unterscheiden. Deshalb fällt es mir auch schwer, über Kolonisations- und Wirtschaftsfragen zu sprechen, ohne politische Fragen zu streifen. Schon aus den bisherigen Reden konnten wir entnehmen, daß es nicht angeht, diese zwei Begriffe auf künstliche, unnatürliche Weise voneiander zu scheiden. Nehmen wir als Beispiel die Rede, die hier vor einigen Tagen Herr Jabotinsky gehalten hat, in der er das Hauptgewicht der Frage auf das Kolonisationsproblem legte; er mußte trotzdem die Bedeutung der politischen Faktoren unterstreichen. Wenn wir zum Beispiel ein sehr wichtiges, scheinbar rein wirtschaft- 398