Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 385 (sequence 396)
- Language
- German, English, Hebrew
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Lernte nicht. Die Sachen müssen fachmännisch vorbereitet und fachmännisch geleitet werden. (Delegierter Harzfeld: Vor einem Fachmann haben wir keine Angst, wir haben Angst vor Dilettanten!) Sie haben gestern hier gehört, daß Mead keine Autorität ist, er ist der Dilettant, weil ja bei Euch das einzige Kriterium eines Fachmannes seine Zugehörigkeit zu Eurer Partei ist. Dann ist er ein Fachmann und eine Autorität! (Beifall.) Es ist eine Verleumdung, wenn hier behauptet wird, daß wir allgemeinen Zionisten, beziehungsweise wir polnischen Zionisten von der Gruppe „Eth Liwnoth" die Arbeiter verdrängen, sie unglücklich machen wollen und dergleichen. Rufen Sie die höchsten Instanzen, eine Kolonisationskonferenz oder sonst eine Instanz an — nicht mich, denn ich bin ja ein Dilettant. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Bitte, den Redner nicht beständig zu stören! Mitglied des A.-C. Levite (fortfahrend): Wir haben am letzten Kongreß beschlossen, eine Kolonisationskonferenz einzuberufen, meine Damen und Herren, und diese Kolonisationskonferenz hat nicht stattfinden dürfen, weil ja sonst auch andere Leute, die auch ihre Meinung in dieser Sache zum Ausdruck bringen wollen, kommen könnten, weil sie ja dasselbe Recht haben wie diejenigen Herren, die jetzt die Kolonisationsarbeiten leisten. Ich weiß nicht, wie es dazu gekommen ist, aber wir haben plötzlich einen neuen Kolonisationsdiktator in der Person des Herrn Kaplansky bekommen. (Lebhafte Zwischenrufe.) Erlauben Sie mir eine Frage: Glauben Sie, daß wir die Alijah beherrschen können? Einige Herren haben die Behauptung aufgestellt, daß wir die Galuth nach Palästina verpflanzen, und auch Herr Dr. Weizmann hat von Nalewki und Dzika gesprochen. Meine Herren, halten Sie uns alte Zionisten für so naiv und einfältig, daß wir daran denken könnten, die Galuth und das Ghetto nach Palästina zu verpflanzen? Das ist doch eine Unwahrheit! Wie stellen wir uns zu der Sache? Man muß tatsächlich die Immigration regulieren, aber das muß so vor sich gehen, wie wir das verstehen. (Zwischenrufe: Oho! Oho!) Einen Moment! Das heißt: nicht nach Prinzipien der „Achduth Haawodah". (Beifall und Zwischenrufe.) Denn man muß die Immigration regulieren, aber in einer Weise, wie wir es vor zwei Jahren vorgeschlagen haben. Leider hat uns damals die Majorität des Kongresses nicht verstanden. Sie hat nicht verstehen wollen, daß die Regulierung der Immigration nicht vom Standpunkt einer Klassentheorie aus geschehen kann, sondern daß jeder produktive Mensch und jeder Jude das Recht auf Immigration und Arbeit in Palästina hat. (Beifall.) Und deshalb soll man uns hier nicht mit dem Vorwurf kommen: „Ihr habt uns nicht erlaubt, die Immigration zu regulieren." Aber die Frage der Immigration ist ein Kapitel für sich. Es ist das ein großer Skandal, der bei uns vorkommt. (Zwischenrufe: Skandal! Es ist ein Skandal, was Sie reden!) 25 385