Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 386 (sequence 397)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ich mache Sie, Herr Levite, darauf aufmerksam, daß Ihre Redezeit abgelaufen ist (Zwischenrufe.) Wer hat einen Vorschlag-? (Zwischenrufe: Wir beantragen, die Redezeit um 15 Minuten zu verlängern!) Es liegt ein Vorschlag vor, die Redezeit des Herrn Levite um 15 Minuten zu verlängern. Wer dafür ist, möge die Hand erheben. (Geschieht.) Der Antrag ist angenommen. (Lebhafter Beifall.) Meine Herren, durch die wiederholte Forderung haben Sie den Rahmen der Geschäftsordnung durchbrochen. (Rufe links: Wir nicht! Lebhafte Zwischenrufe. Delegierter Stricker: Warum haben Sie abstimmen lassen?) Damit werden Sie die Arbeit des Kongresses und des Präsidiums nur erschweren. Herr Levite, ich bitte fortzufahren! Mitglied des A.-C. Levite (fortfahrend): Meine Damen und Herren! Das Kapitel Immigration. Die Immigrationsabteilung wird so geführt, daß wir von der Palästina- Exekutive energische Abhilfe verlangen müssen. Der betreffende Direktor, beziehungsweise Mitglied der Exekutive möge mir verzeihen, aber wenn jemand von irgendeiner Sache nichts versteht, dann soll er wenigstes die Hände davon lassen. Herr Professor Pick wurde vor zwei Jahren zum Leiter dieses Departements bestellt, aber er kann das nicht machen, weil er davon nichts versteht, und es ist ein Skandal, wenn solch ein Mann eine verantwortliche leitende Stelle innehat. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Levite, ich kann, diesen Ausdruck nicht dulden! Mitglied des A.-C. Levite (fortfahrend): Also ich ziehe das Wort zurück, muß aber hervorheben, daß die Exekutive und der ganze Kongreß dafür verantwortlich sind, wenn eines der wichtigsten Ressorts unserer Palästina-Exekutive so unfachmännisch und ohne jedes Verständnis geleitet wird, wie es Herr Professor Pick macht. Es muß doch einmal dem Zustande ein Ende bereitet werden, daß unsere Aemter von Leuten — sei es von links oder rechts — geleitet werden, die fachmännisch dazu gar nicht vorbereitet sind. An ihre Stelle müssen Leute kommen, die über eine entsprechende fachmännische Vorbildung und Eignung verfügen und die Sache verstehen. Ich will Ihnen hier nicht das Sündenregister dieses Amtes vorbringen, weil das in der Immigrationskommission geschehen wird. Ich will nur feststellen, daß die ganze Immigration zum Spielball der Palästina-Aemter geworden ist. Man erzählt uns hier über die Tätigkeit verschiedener Palästina-Aemter, und es wird einerseits behauptet, daß sie gut gearbeitet haben, andererseits, daß die Leistungen schlecht waren; all das ist selbstverständlich, aber es muß hervorgehoben werden, daß es im allgemeinen gänzlich an Initiative, an richtiger Organisierung sowohl bei der Verteilung der Zertifikate wie bei der Kontrolle der Palästina-Aemter und so weiter gemangelt hat. Sie werden das verstehen, wenn Sie in Betracht ziehen, daß das Immigrationsdepartement zur Zeit, als 500 Leute monatlich nach Palästina einwanderten, aus zwei Leuten bestanden hat, und auch jetzt, wo die Einwanderung auf 3000 Leute monatlich 386