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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 384

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 384 (sequence 395)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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10. Sitzung: Palästinadebatte fen hat. Das ist auch eine elementare Weisheit, daß man in jedem einzelnen Falle sorgsam zu prüfen hat, ob man mit eigenen Mitteln ein Land kolonisieren kann. Wir, das heißt die sehwache Zionistische Organisation, wollen mit einem Budget von 500.000 Pfund den Aufbau eines Landes mit eigenen Mitteln durchführen! Ich erlaube mir zu sagen, daß das ein Unding ist. Es ist zwar unverständlich, wenn wir kleinen praktischen Leute mit Herrn Dr. Ruppin und anderen, die schon lange auf dem Gebiete der Kolonisation arbeiten, polemisieren wollen. Ich möchte aber Herrn Dr. Ruppin fragen, wie er sich die weitere Durchführung der Aufbauarbeit in Palästina bei unseren geringen Mitteln vorstellt. Wie will er das Land beherrschen und es besiedeln? Wir sind der Meinung, daß man die Gelder des zionistischen Budgets nicht zu verwenden hat, um eigene Kolonien zu schaffen, da das einfach unmöglich ist, sondern das Geld soll zur Errichtung von Musterkolonien verwendet werden. Es ist dazu da, um Bedingungen zu schaffen. Unter Bedingungen aber verstehen wir Trockenlegung, Bewässerung, landwirtschaftliche Kredite und dergleichen, aber keine eigenen Kolonien. Wie viele Kolonien sind im Verlaufe der letzten 15 Jahre errichtet worden und wieviel Siedlungen kann man bei einem Budget von 120.000—200.000 Pfund jährlich gründen? Das sind doch Dinge, die man mit Ziffern klar ausrechnen und beweisen kann, und gegen das Leben und gegen die Ziffern werden Sie doch nicht ankämpfen können. Sie wissen doch alle, daß wir nur Bedingungen und keine Dinge schaffen können, somit auch keine Gesellschaften, mögen es industrielle oder nichtindustrielle sein; wir können nur helfend eingreifen, Kredite gewähren, und das ist die einzig mögliche Form unserer Tätigkeit in der Arbeiterkolonisation wie auch in der Kolonisation anderer Elemente. Wenn wir unsere Mittel anders verwenden, verlieren wir die besten Wirkungsmöglichkeiten. Wie gut wäre es, wenn wir jetzt in Palästina eine Agrarbank mit einem Kapital von 100.000 Pfund hätten! Dann könnten wir in Palästina direkt Wunder wirken. Denn es gibt ja in Palästina Juden von Nalewki und Dzika; aber wissen Sie, was diese Juden von Nalewki und Dzika getan haben? Sie haben Geld mitgebracht und in den letzten zwei Jahren für 800.000 Pfund Boden gekauft. Mehr als der Jüdische Nationalfonds in einem Jahr! (Beifall.) Das haben die Juden von Nalewki und Dzika getan, sie wollen sich auch landwirtschaftlich betätigen und nicht Spekulation betreiben, wie Sie, Herr Harzfeld, gesagt haben. Wenn man die Wirklichkeit des palästinensischen Lebens und die dortigen Bedürfnisse besser kennen würde, dann würde man nicht so viel bei der Vorbereitung der Pläne theoretisieren. Man würde dann nicht so viel Kommissionen, Plankommissionen und andere einsetzen. Es gibt hier einen allwissenden Menschen, und zwar meine ich Herrn Kaplansky. Herr Kaplansky legt uns Pläne vor, er tritt als der Fachmann, der Agronom und Oekonomist auf und glaubt alles zu wissen. Das geht 384

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