Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 380 (sequence 391)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte weitere vier, fünf Jahre auf die Konsolidierung der schon bestehenden Wirtschaften warten. Diese Konsolidierung muß in ein bis zwei Jahren beendet sein, damit wir an die Schaffung neuer Positionen herantreten können. Geehrter Kongreß! Damit möchte ich meine Ausführungen beenden. Ich sehe, daß ein großer Teil derjenigen, die in Palästina waren und dort die Aufbauarbeit aus eigener Anschauung kennengelernt haben, auch die Gefahren kennen, die uns morgen oder übermorgen bedrohen könnten, wenn eben nicht diejenigen Aenderungen in unserem Arbeitssystem eintreten, von denen ich vorhin sprach. Ich habe Ihnen jedenfalls die Aufgaben gezeigt, die unser in nächster Zukunft in Palästina harren. Und nun sage ich Ihnen, daß wir vor der Gefahr der Vernichtung des schon bisher Geschaffenen stehen. Sie kennen doch die Lage ganz gut. Erstens haben wir zu tun mit einer großen Einwanderung, zweitens müssen wir das Problem des Chinuch lösen und drittens steht vor uns die Frage der landwirtschaftlichen Kolonisation, unserer wichtigsten Arbeit, welche bisher erfolgreich durchgeführt wurde, die wir schon seit vielen Jahren predigen und der auch unsere Genossen ihre besten Kräfte geopfert haben. Ich fordere also vom Kongreß eine Aenderung der in den letzten Tagen eingenommenen Stellung, die einen ganz überflüssigen Gegensatz schaffen will. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr Sokolow hat daß Wort zu einer Mitteilung. Präsident der Exekutive Nahum Sokolow (hebräisch): Geehrter Kongreß! Zu unserem Bedauern vermissen wir Jiier unseren langjährigen Gesinnungsgenossen Herrn Zlatopolsky aus Paris. Er ist nicht zum Kongreß gekommen, weil ihn ein Familienunglück heimgesucht hat. Sein Schwiegersohn Herr Josef P e r s i t z ist vorzeitig gestorben. Durch diesen Tod des Herrn Persitz ist Frau Schoschana Persitz verwitwet, diese jüdische Frau, die in den letzten Jahren sehr viel für die hebräische Literatur getan hat. Ich beantrage, daß der Kongreß Herrn Hillel Zlatopolsky, seiner Tochter Frau Schoschana Persitz und allen ihren Angehörigen sein Beileid ausdrückt. Ich glaube, daß der Kongreß meinem Antrage die Zustimmung erteilen wird. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Diesen Antrag betrachte ich selbstverständlich als ang-enoinsmen. Das Wort hat Herr Levite. Mitglied des Actions-Comit&s Leon Levite (jüdisch): Geehrter Kongreß! Nach den langen schönen Reden über hohe Politik, über bedeutende und wichtige Probleme möchte ich ein wenig Sachlichkeit in unsere Debatte hineinbringen und bin meinem geehrten Vorredner und Gesinnungsgenossen Harzfeld für seine 380