Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 379 (sequence 390)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
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Harzfeld insbesondere in diesem Teil der jüdischen Jugend, der sich zur Auswanderung nach Palästina vorbereitet? Ich möchte wissen, was der Kongreß im Laufe seiner Beratungen getan und welche Möglichkeiten er gefunden hat, um diesen Leuten, die für unsere Idee arbeiten, beizustehen. Noch eines frage ich: Ihr unterhandelt hier untereinander und kennt gar nicht die Lage der Jugend, die unsere Hauptstütze ist, wißt nicht, daß ohne diese Jugend unsere ganze Bewegung gefährdet ist. Wissen Sie das oder nicht? Was ist getan worden, um den russischen Zionisten die Alijah zu ermöglichen? Der vierte Punkt ist der folgende: wenn wir vom Budget sprechen, müssen wir doch bedenken, daß die zentrale Frage nicht die der Geldverteilung ist, sondern die der Geldaufbringung. Ich möchte nun Herrn Halpern und all diejenigen Leute, die für die Arbeit verantwortlich waren, folgendes fragen: Was für Maßnahmen sind in den letzten Jahren getroffen worden, um unsere Einnahmen zu vergrößern? Was hat der Kongreß getan, um Mittel und Wege der Vergrößerung unserer Eingänge zu finden? Sie wissen doch ganz gut, daß wir mit dem Keren Hajessod Palästina nicht werde aufbauen können. Deshalb komme ich jetzt mit einem Vorschlag, der meiner Meinung nach der erste logische Vorschlag ist. Es handelt sich nämlich meiner Meinung nach darum, ob Sie an das jüdische Volk glauben, denn an das Volk muß man sich wenden. Aber leider habt Ihr kein Vertrauen zum jüdischen Volk, kein Vertrauen zur Bewegung. Ihr glaubt nicht an das jüdische Volk, an dieses Volk, das Eure ganze Macht ist. Und deshalb, geehrter Kongreß, stehen wir meiner Meinung nach vor einer gewissen Alternative. Entweder wir setzen unsere Arbeit fort, um unsere Position zu stärken, oder wir wollen neue Positionen schaffen, damit wir jenen Juden, die ins Land kommen, ohne physisch und technisch der Arbeit gewachsen zu sein, eine Arbeitsmöglichkeit verschaffen können. Gibt es in diesen Dingen eine andere Einstellung? Aber die Leute, die für die Arbeit in unserer Bewegung verantwortlich sind, haben alles unterlassen, was erforderlich gewesen wäre. Und deshalb kann in der Atmosphäre dieses Kongresses keine Rede von einer Zusammenarbeit und Verständigung zwischen Euch und uns sein. (Beifall.) Nur dann werden wir mit Euch zusammengehen, wenn Ihr an die Produktivierung der Einwanderer schreiten werdet. Ich möchte noch ein Wort zur Frage der Leitung sagen. Glauben Sie wirklich, daß die Leitung, die schon in den Couloirs als gegeben angenommen wird und die aus Leuten besteht, die in Palästina Galuthverhältnisse schaffen wollen, glauben Sie wirklich, daß diese Leitung eine ersprießliche und erfolgreiche Tätigkeit wird leisten können? Diese Leitung wird nicht einmal das schon Bestehende erhalten können. Ihr sollt ernstlich alles in Betracht ziehen. Wir haben alles genau erwogen und dem Kongreß erklärt, daß die Dinge nicht mehr so wie bisher zu machen sind. Wir können nicht 379