Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 377 (sequence 388)
- Language
- German, English, Hebrew
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Harzfeld — das entspricht doch nicht den zionistischen Grundsäzetn! Zweimal werden wir in Palästina nicht bauen! Und das ist der Meinungsunterschied, der uns nicht erlaubt, mit Ihnen zusammenzugehen. Jabotinsky sagte, daß wir uns vor allem damit beschäftigen sollten, wie die Elemente der vierten Alijah, die größtenteils aus Polen stammen, zur produktiven Arbeit zu überführen wären. Auch ich behaupte, daß das unsere Hauptaufgabe ist, der sich der Kongreß mit vollem Ernst zu widmen hat. Es handelt sich aber nicht darum, ob sie von der Einwanderung ausgeschlossen werden sollen. Nicht darum handelt es sich, und Ihnen, Herr Gottlieb, möchte ich auch etwas sagen: wenn Sie sich als Vertreter von Nalewki betrachten, dann glaube ich, daß Sie uns verstehen müßten, wenn Sie aufrichtig sein wollten. Wir sagen Ihnen doch, daß jeder Jude, der nach Palästina kommt, von uns gerne gesehen wird, daß die Arbeiter gegen die Einführung von Einwanderungsbeschränkungen sind. Die jüdischen Arbeiter Palästinas erklären folgendes: Unsere wichtigste Aufgabe ist es jetzt, die Frage der Produktivierung der 40.000 Einwanderer zu lösen, dieselben arbeitsfähig zu machen, die Arbeitskräfte auszunutzen, die sie nach Palästina bringen. Ich möchte Ihnen hier mitteilen, daß die Wirtschaftsexekutive schon ihren Beschluß in der Frage des Budgets gefaßt hat. Dabei ließ sie sich von einer Tendenz leiten — ich habe Ihnen das schon vorhin gesagt —, diese Tendenz ist „Konsolidierung und Stabilisierung". Sie weiß ja, daß die Festsetzung von 500.000 Pfund gegenüber den 450.000 Pfund des Vorjahres schon einen großen Fortschritt bedeutet. Aber wenn wir jetzt den Kongreß verlassen, müssen wir in Betracht ziehen, daß wir vor einer großen Einwanderungsbewegung stehen, die auch dann vor sich gehen wird, wenn wir uns um sie nicht kümmern und sie nicht organisieren werden. Dann wird sich in Palästina derselbe Spekulationsgeist breit machen wie im Galuth. Wenn Sie diese Mißstände abschaffen wollen, Herr Halpern, dann dürfen Sie doch nicht vergessen, daß Sie mit den 25.000 Pfund, die für die Industriebank ins Budget eingestellt wurden, nichts ausrichten werden. Ich habe ja schon vorhin gesagt, daß man, dieses Ziel auch ohne die Industriebank erreichen könnte, wenn Sie nur aufrichtig und ehrlich bei der Sache wären. Es gibt Mittel... (Zwischenrufe: Schluß! Die Redezeit ist ajv gelaufen!) Mitglied des A. C. Mereminski: Wir schlage«, vor, die Redezeit um 15 Miauten zu verlängern! (Lebhafte Zurufe.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Herr M^renunski, das steht im Gegensatz zu der Geschäftsordnung. Mitglied des A. C. Mereminski: Ich berufe mich auf den Präzendenzfall Jabotinsky. Ich glaube, ein Redner der landwirtschaftlichen Arbeiter von der Histadruth hat das Recht, gehört zu werden. (Lebhafte Zustimmung links.) 377