Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 375 (sequence 386)
- Language
- German, English, Hebrew
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Goldmann, Harzfeld gefangen, und der erste, der dies tat, war Herr Halpern. Herr Halpern ist uns mit einem nicht vollständig durchdachten System gekommen, das er auf die Tagesordnung des Kongresses bringen wollte. Er dachte wohl, je schärfer die Auseinandersetzung, einen um so größeren Erfolg werde er erreichen können. Und er hat Ihnen hier eine scharfsinnige Betrachtung der Lage in Palästina vorgelegt. Er hat Ihnen Bericht erstattet über den jetzigen Stand der Arbeit im Lande. Seiner Ansicht nach werden wir für die Ansiedlung eines Kolonisten im Lande nicht weniger als 800 Pfund pro Familie brauchen und wahrscheinlich würden wir nur eine ganz kleine Anzahl von Leuten haben, die sich dieser Arbeit widmen. Er sagte Ihnen weiters, daß es im Lande elf hundert landwirtschaftlich tätige Familien gibt, welche bis jetzt schon 360.000 Pfund gekostet haben, wobei noch ein Betrag in der gleichen Höhe erforderlich sein werde, um diese Kolonisten selbständig und unabhängig zu machen. Zu den Informationen des Herrn Halpern möchte ich einige Bemerkungen machen. Wenn all das irgend ein Mitglied des Kongresses gesagt hätte, so wären wir auf die Sache wahrscheinlich gar nicht zurückgekommen, aber das hat eben Herr Halpern gesagt, der ein Mitglied der Leitung, also gewissermaßen verantwortlich ist. Als solcher hätte er doch auch erzählen sollen, daß die Ansiedlung einer Familie auf dem Lande noch drei anderen Familien Existenzmöglichkeit verschafft. Dann erscheint doch die Sache in einem ganz anderen Licht. Herr Halpern ist letztens Anhänger einer Industrialisierung Palästinas geworden und hat hier über die traurige Lage der Industrie geklagt und ihre Förderung und Unterstützung gefordert. Ich möchte Herrn Halpern eines fragen: Was haben Sie, Herr Halpern, im Verlauf all dieser Jahre, da Sie an der Spitze der Bank standen, für die Industrie getan? Er möge doch auf irgendeine Tat in dieser Beziehung hinweisen. (Unruhe.) Als im vorigen Jahre von einer Anleihe an die landwirtschaftlichen Betriebe die Rede war, hat es sich darum gehandelt, daß sich die Jüdische Kolonialbank in erster Reihe an dieser Transaktion beteiligt. Lange Zeit hindurch hat die Kolonialbank darauf nicht eingehen wollen, aber schließlich hat sie doch ihre Zustimmung erteilt. Die Anleihe hätte man von der Anglo-Egyptian Bank bekommen sollen, aber als die Sache schon fast perfekt war, hat die Kolonialbank erklärt, daß sie nicht genug Geld habe — jeder von uns weiß, daß sie über nicht weniger als einige Millionen Pfund verfügt, die man für unsere Aufbauarbeit in Palästina heranziehen könnte. Was ist in dieser Sache getan worden? Ich möchte noch eine Frage hier berühren. Es ist allgemein bekannt, daß man noch auf dem vorigen Kongreß beschlossen hat, Schchunoth Owdim zu schaffen, welche, wie wir glauben, für die Entwicklung der Städte von großer Bedeutung sein werden. Ich frage nun, warum Herr Halpern dagegen ist und warum schon seit zwei Jahren alles Mögliche getan wird, um nur den Beschluß des 375