Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 374 (sequence 385)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte sagen und ich muß dieser Erklärung den stärksten Nachdruck geben. Verehrter Kongreß, Weizmann hat hier gesagt: Was treibt ihr, die Agency ist nicht geworden, ihr habt sie verhindert. (Delegierter Doktor Soloweitschik: Fälschung! Fälschung!) Wir werden nicht zulassen, daß von diesem Kongreß diese neue Parole hinausgeht: ohne uns wäre die Agency da, wir haben sie verhindert. Verehrter Kongreß, es hat nie ein Präsident der Zionistischen Organisation ein so willfähriges Actions-Comite, ein so mit seinen Absichten in Uebereinstimmung befindliches gehabt, wie Präsident Weizmann in diesen zwei Jahren in Fragen der Jewish Agency, und als er noch vor einem Jahre Plein pouvoir vom Actionscomite forderte, um die Verhandlungen zu führen und so weit zu fördern wie möglich, hat er Carte blanche für seine Politik erhalten, und wenn ein oder zwei von uns dagegen gestimmt haben, hat das gar nichts verhindert, sondern die Situation ist doch so, daß drüben die Schwierigkeiten sind (Delegierter Doktor Soloweitschik: Sehr richtig!), und man kann nicht, wenn man schon nicht den Mut hat, die Schwierigkeiten hier zu nennen — und der einzige, der es getan hat, und ich danke ihm dafür, daß er es getan hat, war Dr. Stephan Wise — wenn man schon nicht den Mut hat, das zu bekennen, soll man nicht uns die Schuld in die Schuhe schieben. (Zwischenruf: Sie haben die Stimmung gemacht!) Herr Präsident Weizmann, meine Damen und Herren, hat damit geschlossen, daß er gesagt hat, wir sollten nicht eilen, und ich erinnere Sie daran: vor zwei Jahren hat er damit geschlossen, daß er gesagt hat, er warte nicht, wir könnten nicht warten. Ich will diese zwei Mahnungen nicht gegeneinander ausspielen, die Mahnung damals, nicht zu langsam zu sein, und die Mahnung heute, nicht zu schnell zu sein, vielleicht ist das aber ein Beweis für Sie, daß das richtige Tempo und das Gefühl für die richtige Art, wie wir das Tempo zum Aufbau des nationalen Heims in Palästina beschleunigen, nicht bei der Leitung ist, sondern bei jenen, die vor zwei Jahren wie heute das gleiche Tempo und die gleichen Methoden und die gleichen Prinzipien einer wirklich zionistischen Politik in allen Fragen, kolonisatorischen, politischen und außenpolitischen Charakters, vertreten. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Das Wort bat Herr Harzfeld. Delegierter Abraham Harzfeld (mit lebhaftem Beifall begrüßt — jüdisch): Herr Sokolow hatte Recht, als er uns in seiner Eröffnungsrede erklärte, der 14. Kongreß sei eigentlich der erste Kongreß. Anfangs habe ich den Sinn seiner Worte nicht verstanden, allmählich bin ich aber daraufgekommen, was er damit sagen wollte. Im Verlaufe der Debatte habe ich erst die Ursache verstanden und nun will ich darauf zurückkommen. Wir haben auf diesem Kongreß mit Nalewki an- 374