Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 370 (sequence 381)
- Language
- German, English, Hebrew
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10. Sitzung: Palästinadebatte Ich habe nicht die Ehre, der Organisationskommission anzugehören, und deshalb appeliere ich schon jetzt an diejenigen Gesinnungsgenossen, die Mitglieder der Kommission sind, diese äußerst wichtige Forderung auf einheitliche Einführung des Schekels zu unterstützen, damit der Kongreß tatsächlich ein Spiegelbild der Bewegung des jüdischen Volkes ist. Das kann er aber nur dann sein, wenn der Einheitsschekel eingeführt wird. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Herr Dr. Goldmann. Delegierter Dr. Nahum Goldmann (von Beifall und Zischen begrüßt): Verehrter Kongreß! Es ist sehr zu begrüßen, daß nach der gestrigen Rede des ... Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Ruhe! Ich bitte Sie, nicht zu zischen, das ist eine neue Methode, die wlt nicht dulden werden. Delegierter Dr. Goldmann: Verehrter Kongreß! Es ist sehr zu begrüßen, daß nach der gestrigen Rede des Herrn Präsidenten Dr. Weizmann noch einmal die Gelegenheit zur Stellungnahme zur Generaldebatte gegeben ist, da in dieser Rede sowohl in den palästinensischen Fragen, in denen Doktor Weizmann eine ganz klare und eindeutige Stellung eingenommen hat, wie in den anderen Problemen, die mit diesen palästinensischen Fragen zusammenhängen, erst ein klares Bild von dem heutigen Kurs der zionistischen Politik gewonnen werden konnte. Wir freuen uns, und ich kann dieser Freude im Namen meiner Gruppe Ausdruck geben, daß in den Fragen des Palästinaaufbaues Herr Dr. Weizmann eine so klare, und eindeutige Stellung genommen und daß er mit aller Deutlichkeit erklärt hat — und ich glaube, wir haben das Recht, es so auszulegen —, daß es sich bei diesem Kongresse nicht darum handelt, ob in der Verteilung des Budgets eine Summe von so und so viel tausend Pfund hin oder her geschoben wird. Nicht darum würde sich die ganze Erregung und das Pathos dieses Kampfes lohnen, sondern der Kampf geht um die Stimmung, um die Ideologie, aus der heraus solche schwerwiegenden Konsequenzen gezogen werden. Und das, was es zu verhindern gilt, meine Damen und Herren, das ist die Gefahr, daß von diesem Kongreß die Parole eines sogenannten „neuen Kurses" in die zionistische Welt hinausgeht, daß die zionistische Oeffentlichkeit den Eindruck bekommt, als ob irgend eine Aenderung in dieser oder jener Position des Budgets nicht aus bestimmten sachlichen Motiven erfolgt, wie das im Einzelfalle ja natürlich ist, sondern aus dem Gefühl heraus, daß etwa ein Kurs eingeschlagen worden wäre, das alte System irgendwie fallen zu lassen und ein neues System an seine Stelle treten zu lassen. Und gegenüber solchen Versuchen, eine solche gefährliche Parole in die 370