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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 362

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 362 (sequence 373)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--6072-3482218
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10. Sitzung: Palästinadebatte Beschluß des Actions-Comites, wonach in Ressorts, die von Parteimännern geleitet werden, gemeinsame Kommissionen bestehen müssen, zusammengesetzt aus Vertretern aller Bestrebungen und Parteien, ist bis jetzt nicht ausgeführt worden. So ist eine unparteiische Geschäftsführung verhindert und der misrachistische Arbeiter schlecht behandelt worden. Die religiöse Arbeiterschaft kann der allgemeinen Arbeiterorganisation nicht angehören, denn diese ist eine politische Organisation. (Zwischenruf links: Bei euch ist Religion Politik!) Das geht deutlich hervor aus dem im „Dawar" veröffentlichten Programm, wo von der Herrschaft der Arbeiter, von der Beherrschung anderer Klassen durch die Arbeitei^schaft gesprochen wird. Damit kann sich der Hapoel Hamisrachi nicht einverstanden erklären. Auch er hat das Ideal der Arbeit, aber dieses Ideal ist ein individuelles, es darf anderen Klassen nicht Gewalt angetan werden. Wir sind dafür, daß eine gemeinsame Front für alle Arbeiter geschaffen werde. Sie kann infolge Terrors nicht zustande kommen. Die religiöse Arbeiterschaft hat ein volles Recht auf Freiheit. Es ist bedauerlich, daß die zionistische Kolonisation heute zu einer Fiktion geworden ist. Es wird kolonisiert durch die allgemeine Arbeiterorganisation, die Zionistische Leitung gibt nur das Geld her. Das muß abgeändert werden. Es darf nicht sein, daß die zionistische Leitung sich um die Dinge nicht kümmert. Wenn mit den Jablonner Chassidim von den linken Parteien Politik getrieben wird, so müssen wir darauf hinweisen, daß es einzig der dreißigjährigen Arbeit des Misrachi für die zionistische Idee zu danken ist, daß die chassidischen Juden nach Palästina gegangen sind. Wir begrüßen die Gründung von Nachlath Jaakow und werden es begrüßen, wenn die Agudah nach Palästina kommt und dort Kolonien gründet. Warum ist die Linke, die die Jablonner Chassidim mit Begeisterung begrüßt, nicht auch für die Misrachi-Arbeiter begeistert? Der Misrachi, die stärkste Gruppe des Zionistenkongresses, fordert die Gleichberechtigung aller Klassen und die Freiheit der jüdischen Arbeiter. Erez Israel wird jüdisch sein, wenn es ein freies Erez Israel sein wird. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Das Wort hat Herr Dr. Kahan. Delegierter Dr. Nison Kahan: Hoher Kongreß! Gestatten Sie mir, daß ich von der programmatischen Frage der Palästinadebatte abweiche und zu einer speziellen Frage Stellung nehme, die uns ungarische Zionisten am nächsten angeht. Sie werden aus dem Bericht der Exekutive entnommen haben, daß neben Sowjet-Rußland Ungarn das einzige Land in der Welt ist, wo der Zionismus verboten ist, wo eine legale Betätigung 362

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