Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 361 (sequence 372)
- Language
- German, English, Hebrew
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SECHSTER VERHANDLUNGSTAG. 10. Sitzung. Montag, den 24. August 1925. Beginn der Sitzung: 10 Uhr 35 Minuten vormittags. Vorsitzender Vizepräsident Motzkin: Die Sitzung ist eröffnet. Ich erteile das Wort Herrn Dr. Federbusdi. Delegierter Dr. Simon Federbusch (jüdisch): Die Zionistische Organisation hat die kolonisatorische Arbeit aus den Händen verloren und aufgehört, der entscheidende Faktor in dieser Arbeit zu sein. Wenn es so weiter geht, droht die Gefahr, daß die Zionistische Organisation ihren Einfluß auf die jüdische Masse verliert. Andererseits wird der Schaden für den nationalen Aufbau Palästinas ungeheuer sein. Die Zionistische Organisation hat nicht die Pflicht, die Menschen so wie sie sind nach Palästina zu bringen. Sonst hört sie auf, zionistisch zu sein, und wird eine reine Transportgesellschaft. Die soziale Gesundung des jüdischen Volkes muß angestrebt werden. Das gegenwärtige Budget reicht für die vierte Alijah in keiner Weise aus. Es muß unbedingt vergrößert werden. Zwischen der städtischen und der ländlichen Siedlung besteht ein arges Mißverhältnis. Handel und Industrie haben sich in den letzten Jahren viel stärker entwickelt als die Landwirtschaft, die durch die Kürzung des Budgets schwer in ihrer Entwicklung gehemmt worden ist. In den letzten zwei Jahren haben wir keinen einzigen neuen Punkt geschaffen. Es ist Aufgabe des nationalen Kapitals, die landwirtschaftliche Siedlung zu entwickeln und die notwendigen Mittel bereitzustellen. Die Mittel des heutigen Budgets genügen in keiner Weise. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Landwirtschaft die Grundlage aller anderen kolonisatorischen Arbeit ist. In der vierten Alijah sind viele Elemente, die sich der Landwirtschaft widmen wollen. Die jüdische Arbeiterschaft sieht in diesen Menschen des Mittelstandes keine Konkurrenten, sondern wird sie mit offenen Armen aufnehmen. Für die Ueberleitung dieser Elemente in die Landwirtschaft müssen die Mittel aufgebracht werden. Die allgemeine Arbeiterorganisation hat die religiöse Arbeiterschaft in der letzten Zeit furchtbar verfolgt. Der 361