Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 356 (sequence 367)
- Language
- German, English, Hebrew
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 100% known words query
- IRI
…/3476254-3476282--6066-3482212- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
9. Sitzung: Palästinadebatte gemeinsamen Beratung einlud, dann vergaß er, daß es auch einen Misrachi und misrachistische Arbeiter gibt. Das ist keine Frage von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, sondern in diesem Falle wird schon zwischen verschiedenen Arten von Arbeitern unterschieden. Deswegen stellen wir uns mit Sympathie und mit aller Achtung zu dem sogenannten Mittelstand. Nicht deswegen, weil wir glauben, daß der Mittelstand das Land kapitalistisch aufbauen wird, davor haben wir keine Angst, aber weil wir hoffen, daß der Mittelstand das Land auch in religiösem Geiste aufbauen wird. (Beifall.) Unter uns können wir doch sagen, es gibt Fehler und Mängel, hauptsächlich in den Kwuzoth, und vielleicht wäre es richtig, ihnen zu sagen, daß wir verlangen, daß jede Verderbnis, von welcher Seite sie auch komme, ausgemerzt werde. Wir haben doch gesehen, daß die Kolonie Bne Brak, als sie begründet wurde, einen günstigen Einfluß auf alle umliegenden Kolonien ausübte. Und wir haben auch den positiven Einfluß des Moschaw Nachlath Jaakow gesehen. Man muß ja zugeben, daß die allgemeine Arbeiterorganisation vieles in Palästina geleistet hat, und ich glaube, daß wir es gar nicht nötig haben, dieser Organisation zu sagen, daß sie nicht berechtigt sei, mit dem Gedanken einer Diktatur zu spielen. Wir geben zu, daß jeder Einzelne und jede Gemeinschaft machen kann, was sie will, aber solange sich die Herrschaft nicht in den Händen eines einseitigen Elementes befindet, ist die zionistische Exekutive, die oberste zionistische Leitung, nicht berechtigt, sich einzumengen und die Position des einen Teiles auf Kosten des anderen zu stärken. (Beifall.) Es gibt eine richtige Arbeiterorganisation, eine Organisation der Arbeit, während die andere Organisation nur ein politisches System vertritt. Die Leitung hat dafür zu sorgen, daß die Rechte aller mit größter Unparteilichkeit berücksichtigt werden. (Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Kaplan (welcher während vorstehender Ausführungen den Vorsitz übernommen hat): Das Wort hat Herr Elieser Joffe. Delegierter Elieser Joffe (hebräisch): Ich werde mich hauptsächlich darauf beschränken, auf die Darlegungen Herrn Schockens und Dr. Soskins kurz zu antworten. Ich habe keine laute Stimme und ich kann mich nur schwer verständlich machen. Es ist zwar richtig, daß man die neuen Einwanderer in landwirtschaftlicher Arbeit anlernen muß. Es ist auch richtig, daß die Moschawim für diesen Zweck große Möglichkeiten bieten könnten, damit die neuen Einwanderer die landwirtschaftliche Arbeit erlernen. Vorsitzender Vizepräsident Kaplan: Bitte die Türen zu schließen. Delegierter E. Joffe (fortfahrend): Aber die Frage der Arbeit selbst ist nicht weniger wichtig, denn unser Ziel ist es ja, im Lande einen Stand von landwirtschaft- 356