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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 355

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 355 (sequence 366)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--6065-3482211
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Corcos, Berlin nur die Mittel schaffen, so wie Herzl sagte, daß wir keine „Dinge11, sondern nur „Bedingungen" schaffen, so müssen wir es auch in bezug auf die Regelung des Gemeinschaftslehens halten. Wenn jemand verlangen wird, daß, wie es früher im Gemeinschaftslehen Israels war, auch jetzt sich Vertreter der palästinensischen Öffentlichkeit darum kümmern sollen, so antworte ich darauf, daß das Leben selbst in Palästina die Tatsachen schaffen wird, aber die Mittel von der Zionistischen Organisation beigestellt werden müssen, genau wie sie auch für alle anderen Arbeitsgebiete den Boden für den jüdischen Staat vorbereitet und die Mittel beistellt. Und es gibt keine Partei, die behaupten würde, daß diejenigen Gemeinschaftsinstitutionen unnötig wären, die in allen Siedlungen und Dörfern, in jeder Stadt und in jedem Dörfchen und überhaupt in jedem jüdischen Ansiedlungsort vorhanden sind, und zwar ein Bethaus, ein Schochet, all diese Dinge, die immer am Anfang des jüdischen Gemeinschaftslebens in allen Ländern der Diaspora waren; all das muß man in die palästinensischen Kolonien und Kwuroth hineinbringen und auch im zionistischen Budget müssen Mittel für diese Dinge vorgesehen sein. Aber es gibt viele Leute, die im Lande waren und sich, als sie von dort zurückkehrten, über den Mangel an — fassen Sie das auf, wie Sie wollen — ursprünglichem, traditionellem, religiösem Leben beklagten, über die Verderbnis der jungen Leute aus gewissen Kreisen der Kwuzoth, die jetzt Palästina erfüllen. Man rede uns nicht von einer individuellen Religion, die für jeden eine andere ist, ohne Sitten und Ueberlieferungen. Die Frage der Religion ist eine Frage der Erziehung, und die Erziehung in Palästina steht im Gegensatz nicht nur zum historischen Judentum, sondern auch zur allgemeinen Pädagogik. Nicht nur, daß das religiöse Gefühl schon in den Volksschulen nicht entwickelt wird, man bemüht sich, es aus dem Herzen der Kinder zu reißen. Wenn wir schon eine beträchtliche Gruppe von ausgezeichneten Arbeitern haben, die sich einerseits ganz ihrer Arbeit widmen, andererseits auch das heilige Joch der Thora tragen, ich meine die Poale Hamisrachi, auf deren Fahne „Thora und Awoclah" geschrieben steht — lesen Sie den Bericht der zionistischen Leitung und Sie werden erfahren, wie man sie behandelt. Im Alijahdepartement ist ein Mann gesessen, der sein Amt nicht zu parteipolitischen Zwecken ausgenützt hat. Wenn dieser Mann eine Konferenz einberief, so lud er dazu alle an der Alijah interessierten Kreise, sowohl den Waad Leumi wie die Zionistische Organisation, die Arbeiterorganisation, die Jemenitenorganisation, den „Misrachiu und „Hapoel Hamisrachi'1 ein. Dagegen hat derjenige Mann, der an der Spitze des Arbeitsdepartements in Palästina stand, ganz vergessen, daß er dorthin nicht als Vertreter irgendeiner Partei, sondern als Vertreter der ganzen Zionistischen Organisation gestellt wurde. Wenn dieser Mann eine Konferenz einberief, wenn er Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu einer 23* 355

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