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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 342

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 342 (sequence 353)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
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9. Sitzung: Referat über Kolonisationsarbeit Aspirationen kann man keine Wirtschaft machen. Die Wirtschaft attackiert man nicht. Wirtschaft will Stück für Stück aufgebaut sein. Unbeirrbar, wie Naturgesetze, wirken ihre Gesetze. Unzulänglichkeiten und Fehler kommen zum Vorschein, oft leider erst dann, wenn ihre Auswirkungen im Innern eine lange Kette von Schäden gebracht haben. Ich sagte am Eingang, daß wir noch nicht die Formen und Methoden für die Leitung unserer Wirtschaftsunternehmungen gefunden haben, und wenn ich von ihnen spreche, bin ich bei meinem Thema. Unsere oberste Instanz ist der Kongreß. Aus einer genialen Intuition heraus ist er von Herzl geschaffen worden und hat die Jahre hindurch als das ideale Instrument der zionistischen Bewegung gewirkt. Ich habe kein Recht, über den Kongreß zu Gericht zu sitzen, ich überschaue nur mein Gebiet und da sehe ich, daß der aus der Herzlichen Periode und aus der Vorkriegszeit unverändert hinübergenommene Kongreß vor Aufgaben gestellt ist, die ihm früher ganz fremd waren, und daß er einem wesentlichen Teil dieser Aufgabe nicht gewachsen ist. Zum ersten Male 1921, dann 1923 sollte und jetzt wieder soll der Kongreß die Hauptentscheidungen für die Wirtschaftsführung des Aufbaues Erez Israels auf zwei Geschäftsjahre fällen. Belastet mit den Sorgen, wie man aus der Kriegsnotwirtschaft heraus zu der Aufbauwirtschaft kommt, hat man in den Tagen der Londoner Jahreskonferenz versäumt, sich die Frage vorzulegen, wie unsere Institutionen, Kongreß, A. C. und E. A. C. (= Executive) aufgebaut werden müssen, um den neu hinzugekommenen Aufgaben gerecht zu werden. Jetzt entscheidet der Kongreß, unser Parlament, wie wir ihn so gerne nennen, demokratisch, parlamentarisch in einer etwa achttägigen Session neben seinen vielfachen Aufgaben auch noch über die lebenswichtigen Fragen unserer Wirtschaft, greift mit seinen Entscheidungen tief ein in die Existenzen von Gruppen und Menschen, ohne doch die rechten Voraussetzungen für diese Arbeit zu haben. Die Institution: Ent- 342

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