Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 343 (sequence 354)
- Language
- German, English, Hebrew
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Schocken Scheidung nach der Mehrheit, setzt voraus, daß die Zusammensetzung des abstimmenden Körpers eine verfassungsmäßig vereinbarte und gesicherte legitime Basis hat. Je mehr der Kongreß, neben seiner Aufgabe Instrument der zionistischen Bewegung zu sein, wirtschaftentscheidend für Erez Israel wird, je mehr dementsprechend sich im Zionismus und auf dem Kongreß eine Parteibildung nach Erez - Israel - Aufbaugesichtspunkten herausbildet, desto mehr zeigt sich, wie fragwürdig der Schlüssel ist, nach dem unser Kongreß zusammengesetzt ist. (Darauf kann ich hier nur hinweisen.) Der Kongreß hat sich das Instrument der Spezialkommissionen geschaffen, aber ein Blick in diese Kommissionsarbeit zeigt ihre Unzulänglichkeit. Die Kommissionen stehen ganz unter dem Zwang der auf wenige Stunden zusammengedrängten, vielfältigen Aufgaben. Ihre Zusammensetzung ist stets zufällig und bruchstückartig und dementsprechend sind auch die Ergebnisse, die dann, vor das Plenum des Kongresses gebracht, die Richtung für die Entscheidung des Kongresses in den meisten Fällen im voraus bestimmen. Willkürlichkeiten in den Voraussetzungen schaffen naturgemäß willkürliche Handlungen. In einzelnen Gruppen des Kongresses hat sich eine den Voraussetzungen der Arbeit des Kongresses entsprechende Verhandlungstechnik herausgebildet, die bei einer objektiven Betrachtung dieser Tatbestände und Vorgänge von niemandem, auch nicht von denen, die sie anwenden, verteidigt werden wird. Der Kongreß bestimmt das Budget. Die Tatsache, daß die Einnahmenseite des Budgets nicht gesichert ist, daß also auch keine Sicherheit besteht, daß die Einnahmen des Vorjahres erreicht werden, gibt, das scheint die Regel in den Budgetberatungen zu sein, sonderbarerweise den Anlaß zu folgern, daß man mit dem gleichen Recht, mit dem man die Einnahmen des Vorjahres für das kommende Jahr wieder erwartet, eine erheblich höhere Einnahme erwarten kann. Und so entsteht regelmäßig das überhöhte 343