Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 348)
- Language
- German, English, Hebrew
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Glouskä Budget vom Kongreß bestätigt wird. Die Erziehungsabteilung hat alle unsere Forderungen in Fragen der Erziehung abgelehnt, und unsere Kinder in Stadt und Dorf wachsen ohne Erziehung und ohne Kenntnisse auf. Die Arbeitsabteilung gab uns nicht einmal die Möglichkeit, unsere Olim mit Arbeit zu versorgen, sie von Ort zu Ort zu überführen und für die Arbeit vorzubereiten. Schuld des Arbeitsdepartements ist es auch, daß die Leute, welche zur landwirtschaftlichen Arbeit geeignet sind, heute in den Straßen Tel-Awiws herumgehen. Es war ein Fall von zwei Familien, welche nach Rosch- Pinah geschickt wurden. Ich will nicht viel über diese Familien sprechen, aber es ist Tatsache, als dort die Arbeit beendet war und sie ohne Arbeit und Schutz blieben, da wandten wir uns an das Arbeitsdepartement mit der Bitte, uns die Möglichkeit zu geben, diese Leute nach einem anderen Arbeitsort zu überführen, aber die Machlakath Awodah hat unserer Bitte nicht stattgegeben. Und diese Leute durchwanderten nun das ganze Land von Rosch-Pinah bis Tel Awiw, vier Tage sind sie zu Fuß gegangen, und trotzdem hat sich das Arbeitsdepartement um die Sache nicht gekümmert. Als wir dann diesen Familien in den Kolonien Arbeit verschafft hatten, verlangten wir vom Arbeitsdepartement Zelte, Betten, Matratzen, Arbeitsgeräte und dergleichen, aber auch diese Forderung wurde nicht bewilligt. Etwa dreizehn alte, zerrissene Zelte hat uns das Arbeitsdepartement gegeben. Nun möchte ich also an die Machlakath Awodah folgende Fragen richten: erstens, ist es wahr, daß sie den aschkenasischen Einwanderern Zelte, Betten, Matratzen, Arbeitsgeräte usw. zur Verfügung stellt? Zweitens, sorgt die Machlakath Haawodah für die aschkenasischen Arbeiter, indem sie sie von Kolonie zu Kolonie überführt, ihnen Arbeitsgeräte zur Verfügung stellt und sie für die Arbeit vorbereitet? Wenn ja, dann frage ich Herrn Sprinzak, den Leiter des Arbeitsdepartements, warum er die Jemeniten so behandelt, wie man die Neger in Amerika behandelt? So behandelt, meine Herren, die zionistische Leitung in Palästina die Jemeniten. Wir sind eine schwarze Rasse und man behandelt uns so, wie man sich Negern in Amerika gegenüber verhält. So verfahren alle Departementleiter der zionistischen Leitung mit uns. Sie haben auf unsere Forderungen ganz und gar keine Rücksicht genommen. Wir sind für sie etwas Nebensächliches, da man uns ja als Knechte nach Palästina brachte. Und das eben bedauern wir hier feststellen zu müssen, da die Departementvorstände doch demokratisch gesinnte Leute sind. Wir glaubten tatsächlich, daß; wenn in die zionistische Leitung demokratisch gesinnte Leute hineinkommen, uns das zum Nutzen gereichen wird; aber das war nicht der Fall, denn wir haben nichts erreicht. Wie es uns zur Zeit des Waad Hazirim ging, so geht es uns auch heute noch. Wir sind Knechte und nichts weiter. 22 337