Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 336 (sequence 347)
- Language
- German, English, Hebrew
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9. Sitzung: Palästinadebatte stischen Leitung und der Komitee-Mitglieder hinschickt, verteilt. Es sind auch einige wenige finanzielle Mittel durch die Jemeniten Palästinas und Aegyptens zwecks Unterstützung der jemenitischen Einwanderer gesammelt worden. Das Komitee hat von der Machlakath Alijah die Vergrößerung der Zahl der Zertifikate zur Zeit, wo dies so notwendig ist, verlangt, aber die Machlakath •Alijah hat uns von einem Tag auf den anderen vertröstet, indem sie behauptete, daß uns nicht mehr gebühre. Inzwischen mußte ein großer Teil derjenigen, die schon in den Hafenstädten waren, ins Innere Jemens zurückkehren, den meisten dieser Leute aber war auch die Rückkehr nicht mehr möglich. In der letzten Zeit hat die zionistische Leitung 12.000 Zertifikate erhalten. Wie viel, glauben Sie, haben davon Jemeniten bekommen? Hundert einundzwanzig Zertifikate haben wir bekommen, das ist alles. Das ist es, was wir von der Zahl der 12.000 Zertifikate erhielten. Ist es kein Unrecht, daß man uns nur eine so kleine Zahl zuweist, obgleich wir mehr als zehn Prozent der Juden Palästinas ausmachen und die Juden im Jemen so sehr verfolgt werden, zur Zeit, wo die Jemeniten außerdem das wichtigste und entsprechendste Element für die Ansiedlung in Palästina sind? Die Jemeniten sind genügsame, ruhige Leute, die auf eigene Kosten einige Siedlungen aufgebaut haben, und zwar taten sie dies mit den Mitteln, die sie von ihrem geringen Arbeitslohn ersparten. Ein derartiges Vorgehen ziemt der zionistischen Leitung schlecht. Wenn man uns die Zahl der Zertifikate, die wir verlangen, zugewiesen hätte, dann wären wir in den letzten vier Jahren in der Lage gewesen, 8000 Jemeniten nach Palästina zu bringen, deren Einwanderung uns nichts gekostet hätte; ich meine das ganz im Ernst, das wäre ein großer Gewinn für das jüdische Volk gewesen. Der jeminitische Einwanderer verursacht keine Ausgaben, denn weder gibt es in Aden ein Palästina-Amt, noch kümmert man sich um die Jemeniten, wenn sie ins Land kommen. Dessenungeachtet sind wir der Machlakath Alijah zu Dank verpflichtet dafür, daß sie dem jemenitischen Einwanderer ein Pfund bis eineinviertel Pfund bis zu seiner Ankunft im Hafen gibt. In dieser Beziehung handelt sie (die Machlakath Alijah) doch anständiger und korrekter als die andern Abteilungen der zionistischen Leitung. Später wurde eine Konferenz der Jemeniten in Palästina einberufen, auf der man die anderen Fragen der Jemeniten behandelte. Es wurde ein Komitee von sechs Mitgliedern gewählt, das bevollmächtigt wurde, die Interessen der Jemeniten in Palästina und außerhalb Palästinas zu vertreten. Das erwähnte Komitee hat mit sämtlichen Abteilungen der zionistischen Leitung Verhandlungen eingeleitet, aber das Resultat fast aller dieser Verhandlungen war negativ. Die Machlakath Alijah antwortete, daß sie nur dann ein kleines Budget für das Sekretariat, welches das Komitee in Aden einrichten soll, gewähren könne, wenn dieses 336