Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 345)
- Language
- German, English, Hebrew
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9. Sitzung: Palästinadebatte oder Dschidda, kamen, um von dort die Seereise anzutreten. Dort gibt es keine jüdischen Gemeinden, und wenn sie irgendwelche Hilfe brauchten, mußten sie warten, bis man die paar Groschen für ihre Reise nach Palästina zusammenbrachte. Diejenigen, die nach ihnen, im Jahre 1912 und 1913, auswanderten, wurden, als sie nach Jaffa kamen, von Herrn J. Feldmann und einem Vertreter des Palästina- Amtes empfangen. Damals wurden die Jemeniten in die Kolonien geschickt, und man versprach ihnen landwirtschaftliche Ansiedlung. Als sie in die Kolonien kamen, fanden sie dort keinerlei Vorbereitungen für ihre Aufnahme. Manche von ihnen errichteten sich Hütten aus Waldbäumen, andere wieder blieben unter freiem Himmel. Die Sterblichkeit war unter ihnen sehr groß, sodaß ganze Familien ganz ausgerottet wurden. Nachdem sie sich Jahre lang darum bemüht und in den verschiedensten Aemtern vorgesprochen und gegen ihre Behandlung protestiert hatten, gewährte ihnen endlich das Palästina- Amt einige ungenügende Kredite. Einige Jahre hindurch hausten zwei solche Jemeniten-Familien in einem Zimmer von 3 Quadratmeter Flächenausmaß. Verdienstmangel einerseits und der schlechte Gesundheitszustand andererseits richteten die Leute zu Grunde. Die Eroberung der Arbeit und die Konkurrenz mit den Arabern hat auch einige Opfer, und zwar aus der Mitte ihrer Besten, gefordert. Auch während des Weltkrieges waren sie gezwungen, Tag und Nacht ihren gefährlichen Existenzkampf zu führen und auf dem Felde der Arbeit zu fallen. Als dann nach dem Weltkriege die landwirtschaftliche Kolonisation wieder einsetzte, wurden die Jemeniten in ihren Hoffnungen abermals getäuscht. Die zionistisch-palästinensischen Institutionen nahmen auf die Forderungen der Jemeniten gar keine Rücksicht. Die einzige Forderung, die die landwirtschaftlich tätigen Jemeniten damals aufstellten, war: Eine Anleihe zum Bau eines Häuschens für jede Familie und ein Dunam Nationalfondsboden zum Gartenbau in einer Entfernung von dreißig bis vierzig Minuten von der Kolonie. In sämtlichen Jemenitensiedlungen gibt es kein Trinkwasser, keine Schulen, keine Badehäuser, keine festeingerichteten Bethäuser und die dort wohnenden Jemeniten haben auch keine stabile Arbeits- und Verdienstmöglichkeit. Größtenteils arbeiten sie nur zur Zeit der landwirtschaftlichen Hauptsaison. Ihr Ideal ist es, von Selbstarbeit zu leben, wenn sie dazu die Möglichkeit haben werden. So war die Lage der Jemeniten bis nach dem Weltkrieg. Sie wandten sich dann an den Waad Hazirim. Die Vertreter der Jemeniten verlangten die Erfüllung ihrer Forderungen auf landwirtschaftliche Ansiedlung. Im Jahre 1919 fand eine Konferenz statt, an der auch Dr. Ruppin, der damals Vorsitzender des Waad Hazirim war, teilnahm. Auf die Klagen der Jemeniten gab Dr. Ruppin folgende Antwort: „Der Waad Hazirim hat die Jemeniten nicht zum Zwecke ihrer Ansiedlung nach Palästina gebracht, sondern damit sie land- 334