Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 324 (sequence 335)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Generaldebatte gierung zu verlangen, den Besitz der Fellachen, die bekanntlich nur ein Drittel ihres Bodens anbauen und zwei Drittel brach liegen lassen, um zwei Drittel zu schmälern. Das würde aber voraussetzen, daß wir den Fellachen dazu bringen, mit ähnlicher wissenschaftlicher und intensiver Methode wie wir zu arbeiten. Es ist vielleicht nicht unmöglich, daß man dies einer Regierung klarmacht. Aber gleichzeitig wird man der Regierung klarmachen müssen, daß man den Fellachen genau in dieselbe Lage versetzen muß wie den jüdischen Siedler, die intensive Bebauung durchzuführen. Anders wird eine Regierung nicht handeln können und es wäre unsinnig, es anders zu verlangen. Infolgedessen gibt es keinen andern Weg, als diesen bitteren, das Land Palästina, wie Ussischkin gerade hier gesagt hat, mit jüdischem Geld anzukaufen und zu erlösen. Ist es Ihnen ernst, dann werden Sie es tun, ist es Ihnen nicht ernst, dann werden Sie von der englischen Regierung verlangen, daß sie es für Sie tut. Was für Folgen das haben könnte, beweist gerade dieser Drusenaufstand, den Jabotinsky zitiert hat, wo 50.000 an die Scholle gefesselter Menschen einer großen Macht wie Frankreich den Fehdehandschuh hingeworfen haben. Und was sich Frankreich nicht erlauben kann, das kann sich die Zionistische Organisation nicht erlauben, und das wird auch keine englische Regierung, ob sie Baldwin oder MacDonald oder wie immer heißt, gestatten. Das Gerede von dieser Möglichkeit ist aber eine schwere Schädigung unserer Politik. Politik ist: Etwas erreichen zu wollen, was als gerechte Forderung vor dem öffentlichen Gewissen verteidigt werden kann. (Beifall.) Ich werde mich sicherlich mit Jabotinsky nicht über Schutzzölle und ähnliches unterhalten, ich verstehe nichts davon. Und ich glaube, es wäre gut, wenn auch Herr Jabotinsky dies nicht zur Grundlage einer Weltanschauung machen würde. Ich komme aus Manchester, es ist die Wiege des Freihandels, dort wurde jahrelang diese Frage diskutiert; und es ist noch wissenschaftlich und technisch eine ungelöste Frage. Es ist leicht möglich,