Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 318 (sequence 329)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Generaldebatte wegen objektiver Schwierigkeiten, über die wir keine Kontrolle haben, zu resignieren, wäre ein Unsinn. Aber darüber, daß wir im Rahmen dessen, was in unserer Macht steht, nicht alle Möglichkeiten erschöpft haben, darf man traurig sein. Als Beispiel möchte ich das Rutenberg-Projekt anführen. Wie viel hat man darüber gesprochen! Wie ungeduldig und fiebernd wartete ein Kongreß, ich glaube vor vier Jahren, auf das Telegramm aus London, das die Konzessionserteilung bringen sollte. Was für Artikel hätte man geschrieben und gelesen, wenn die Konzession nicht erteilt worden wäre! Sie ist erteilt worden, wir kennen ihre Bedeutung und haben im englischen Parlament einmal etwas erlebt, was diese Bedeutung noch unterstreicht. Wie viele Schwierigkeiten macht uns diese Konzession! Wie schwer war es, der Regierung diese Sache zu erklären! Und haben wir in diesen vier Jahren schon irgendeinen Nutzen aus dieser Konzession gezogen? Und wenn wir ihn nicht gezogen haben, liegt es an der Regierung, liegt es an der Leitung oder liegt es daran, daß wir an Formeln kleben? Wenn wir aber eine Möglichkeit, ein Objekt in Händen haben, das morgen ein Schlüssel für die Immigration sein und uns Möglichkeiten eröffnen kann, die mehr sind als irgendein geschriebenes Papier, mehr als hunderttausend Dunam sein würden — diese Möglichkeiten sind vom jüdischen Volk und der Zionistischen Organisation nicht ausgenützt worden. Darüber klage ich, das schmerzt mich, das brennt mir unter den Nägeln, weil ich weiß, daß wir uns in Formeln verbeißen und der Wirklichkeit nicht gerecht werden. Ich glaube, daß Ben Gurion weiß, daß wir sehr genau damit gerechnet haben, welche Möglichkeiten im Zusammenhang mit der englischen Arbeiterregierung für uns bestanden. Ich war der erste, der es betont hat, als die Regierung MacDonald zur Macht kam, welche Dienste unsere linken Freunde uns gerade bei dieser Regierung erwiesen haben, und ich glaube, daß die Leitung demgegenüber nicht blind war. Was das Erwachen des Ostens betrifft, so glaube ich, gerade die jetzige Leitung 318