Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 317 (sequence 328)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann lern gehalten hat, und' Sie werden Antwort haben, ob wir jemals mit einer Geste oder mit einem Wort die Würde des jüdischen Volkes, die Würde dessen, was es uns auferlegt hat als das teuerste Kleinod, das wir besitzen, verletzt haben. (Beifall.) Und wir wären nicht hier, wenn wir nur einmal diese Würde verletzt hätten. Es gibt zwei Arten von Würde: Es gibt eine mechanische Würde, die sich darin ausdrückt, sich in Positur zu werfen, den Staatsmann zu spielen, sich auf mystische Kräfte zu stützen, die man nicht besitzt, Einbildungen und Wahnvorstellungen zu schaffen. Das haben wir nicht getan, bewußt nicht getan, denn wenn wir das getan hätten, hätten wir nicht die Vorstellung der Würde hervorgerufen, sondern die der politischen Charlatanerie, die sich lächerlich macht. Und wenn Sie heute über Staat und Staatspolitik und Staatsformeln sprechen, ohne die Macht und Möglichkeit zu haben, diese Formen in Wirklichkeit zu übersetzen, dann, hoher Kongreß, verzeihen Sie den scharfen Ausdruck, machen Sie sich lächerlich. Wir haben versucht, eine andere Staatskunst herauszubilden, eine Staatskunst, die auf dem Gefühl des Rechtes basiert und alles dafür einsetzt, im Moment, wo es notwendig und möglich ist, dieses Gefühl des Rechtes auch bei andern hervorzurufen. Und dieses Gefühl des Rechtes, des Glaubens an die Sache, des Ernstnehmens der Schwierigkeiten hervorzurufen, war im Falle des Generals Allenby möglich, im Jahre 1918, zur Grundsteinlegung zur Universität. Das ist Würde in unseren Augen. Alles andere ist politisches Klischee und Schablone, die von andern Völkern erborgt ist. Ich bin ein jüdischer Staatsmann, Sie sind ein assimilierter Mensch. (Stürmischer, anhaltender Beifall.) Ich habe nicht viel zu dem zu bemerken, was Ben Gurion gesagt hat. Nur eines möchte ich ihm sagen: Er hat, und mit Recht, einen Ton der Resignation aus meiner Eröffnungsansprache herausgehört. Aber ich möchte ihm zurufen, daß dieser Ton der Resignation viel weniger abgestimmt ist auf Dinge, die ich durch objektive Schwierigkeiten nicht erreichen kann. Ich kann mir nicht helfen: 317