Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 319 (sequence 330)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann hat das anerkannt, aber sie hat sehr oft tauben Ohren gepredigt. Ich werde noch ein Wort darüber zu sagen haben. Herr Fischer hat uns wieder einmal daran erinnert, daß er einmal etwas gesagt hat. (Heiterkeit.) Als Mittel gegen alle Schwächen und Gebrechen erscheint ihm die Widerrufung des Weißbuches, und er schlägt sogar ein Rezept vor, wie man es machen kann. Ich muß Ihnen wieder eine Illusion rauben. Das Weißbuch kann zu einem Blauweiß-Buch gemacht werden, aber nur durch Arbeit im Lande. Es gibt kein anderes Mittel. (Beifall.) Wir werden der Regierung diesen Antrag nicht stellen, und wenn wir den Antrag stellten, so würde er abgelehnt. Sie können sagen, es ist entweder eine schlechte Exekutive oder eine schlechte Regierung, beides mag wahr sein. Aber hier handelt es sich um eine Tatsache. Herr Mereminski hat Klage geführt über verschiedene Dinge, von denen sicherlich ein großer Teil wahr ist, ein großer Teil auf Uebertreibungen beruht. Ich gebe ohne weiteres zu, daß das Immigrationsgesetz nicht ideal ist. Aber wenn wir es in ganz unparteiischer Weise prüfen, so werden Sie doch finden, daß gewisse Fortschritte über die alten Gesetze hinaus gemacht worden sind. (Delegierter Mereminski: Nein!) Nun, das ist Geschmacksache, Herr Mereminski. (Delegierter Mereminski: Nein, Tatsache!) So ist uns zum Beispiel heute eine viel größere Kontrolle über die Immigration und über die Erteilung der Zertifikate gegeben worden. Es ist nicht viel, es ist noch viel mehr zu verlangen, aber ich kann nur sagen: Bei jeder Vorlage kämpfen wir Schritt für Schritt, manchmal erkämpfen wir's, manchmal erkämpfen wir uns nichts; es ist das Maximum, was wir jetzt erlangen konnten. Wenn Sie behaupten und wenn man in den Kongreß hineinwirft, daß eine große Menge von Einwanderern zurückgeschickt worden ist, so muß das einen Eindruck hervorrufen, der den Tatsachen nicht entspricht. Es wurden in diesem Jahre nur um ein halbes Prozent mehr zurückgeschickt als im vori- 319