Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 311 (sequence 322)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann Ich habe sehr wenig zu den Worten Dr. Gottliebs zu bemerken. Er hat, und zwar in sehr höflicher Form, etwas gerügt, was ich in Jerusalem einmal gesagt habe über Dzika und Nalewki. Meine Damen und Herren! Ich bin auch ein Teil von Dzika und Nalewki, und wir sind alle Zionisten geworden aus der Negierung von Dzika und Nalewki heraus. (Beifall.) Und wenn wir auch zu werten verstehen, welche gewaltigen historischen Kräfte Dzika und Nalewki hervorgerufen haben, so wäre der Zionismus für uns wertlos, wenn er sich in Palästina vor dem Golus beugen sollte. (Lebhafter Beifall.) Der Zionismus ist ein Protest gegen Dzika und Nalewki. (Beifall.) Und das einzige, was wir wollen, ist, in Palästina solche Bedingungen zu schaffen, daß Dzika und Nalewki sich in das verwandeln, was wir unter Erez Israel verstehen. (Beifall.) Herr Arlosoroff hat an der Leitung in würdiger und, wie ich glaube, in freundlicher Weise Kritik geübt und hat den Rückschlag hervorgehoben, den unsere Politik hauptsächlich in Genf erlitten hat. Er hat mir mit Recht einen Vorwurf gemacht, daß ich in meiner einleitenden Bemerkung diesen Rückschlag nur durch formaltechnische Ursachen zu erklären versucht habe. Ich gebe das zu, daß mir dieser Fehler in der einleitenden Rede unterlaufen ist und daß ich wirklich dadurch, daß ich mich vielleicht mehr als fünf Minuten damit beschäftigt habe, Ihnen den Eindruck machen konnte, daß ich den Rückschlag im Bericht der Permanenten Mandatskommission in Genf nur darauf zurückführen will, daß unser Bericht nicht rechtzeitig oder nicht in richtiger Weise präsentiert worden ist. Ich bedaure, diesen Eindruck hervorgerufen zu haben, und erkläre, daß selbstverständlich viel tiefere Ursachen für diesen Rückschlag verantwortlich sind. Es war in Genf, und dies wird vielleicht noch lange der Fall sein, nicht das volle und richtige Verständnis für das vorhanden, was Genf den „Dualismus des Mandats" nennt. Und es mag noch lange dauern und einer sehr weitgehenden politischen Erziehung bedürfen, um 311