Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 309 (sequence 320)
- Language
- German, English, Hebrew
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Weizmann hat, ohne die Jewish Agency zu befragen. Ich könnte — und glauben Sie mir, ich tue das nicht, um eine schwierige Klippe in der Debatte zu umsegeln; nicht daran liegt es mir, ich habe offen erklärt, daß wir nicht befragt worden sind, und es ist nicht angenehm, diese Erklärung abzugeben —, auch ich könnte, wenn ich wollte, nach Art berühmter Politiker, die sehr geschätzt werden, mit einer Tasche voll Geheimnissen herumlaufen und mit wichtiger Miene sagen: Darüber will ich nicht sprechen. Ich hätte es sehr leicht, die Vorstellung zu erwecken, ich wüßte mehr, als ich sagen will. Megalleh tephach umechasseh tephachajim — „Er enthüllt eine Handbreite und verdeckt zwei41. Ich habe das nicht getan, weil ich das nicht tun will. Die Regierung ist meiner unmaßgeblichen Auffassung nach zu einer Sache verpflichtet. Sie ist verpflichtet, einen High Commissioner nach Palästina zu schicken, der mit den Grundsätzen des Mandates sympathisiert. Das können wir verlangen und das haben wir verlangt, das haben wir der Regierung zu jeder Zeit und bei jeder Diskussion über diese Frage sehr eindringlich vorgestellt. Ob aber die Regierung diesen oder jenen Mann nach Palästina schicken soll, das zu verlangen, wäre ein Eingriff in die souveräne Prärogative der Mandatarmacht, und Sie können nicht verlangen, daß der Präsident der Zionistischen Organisation sich der Situation aussetzt, ein Refus von der Regierung zu bekommen und zu hören: Stecke deine Nase nicht in Fragen, die dich liichts angehen. (Beifall.) Es ist vielleicht unangenehm und ich könnte Ihnen sagen, daß auf den Wegen, die gewöhnlich bei unseren Verhandlungen mit der Regierung betreten werden, sehr oft über das Personelle gesprochen wird, aber wir maßen uns nicht an, etwas zu verlangen, was nach unserer Anschauung nicht auf der rechtlichen Grundlage des Mandates steht. Ich habe die felsenfeste Ueberzeugung, daß Lord Plumer die Stelle nicht angenommen hätte, wenn er gewußt hätte, daß er sich im Gegensatz zu der im Mandat festgelegten Politik befinden kann oder befinden wird. (Beifall.) Und hier seien Sie noch ein- 309