Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 319)
- Language
- German, English, Hebrew
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8. Sitzung: Generaldebatte Maßregeln abgeraten und ich glaube, daß sie in diesem Falle den Rat der Jewish Agency annimmt, keine Maßregeln zu ergreifen, ohne genaue Kenntnis der ökonomischen und sozialen Verhältnisse und des Dynamischen im Zustande des Palästina von heute und, vor allen Dingen, ohne daß wir Gelegenheit hätten, uns darüber mit der Regierung sehr ausführlich zu unterhalten. Ich glaube, es wird nichts geschehen, und die Alarmgerüchte, wir hätten keine Möglichkeit, unsere Vorstellungen der Regierung zu unterbreiten, sind nicht am Platze. Ich glaube, man tut unrecht daran, und mancher Redner hat unrecht getan, wenn er sich in der Hitze der Kongreßpolemik Ausdrücke erlaubte, wie zum Beispiel: Es gibt schlechte Beamte in Palästina, unsere jüdischen Beamten sind manchmal noch schlechter als die andern, und so weiter. Meine Damen und Herren! Wir verlangen einerseits mit gutem Recht, daß in Palästina jüdische Beamte so weit als möglich angestellt werden. Wenn man sich andererseits Verallgemeinerungen erlaubt, weil irgendein jüdischer Beamter sich dies oder jenes gestattet hat, was mit Recht oder Unrecht dieser oder jener Gruppe mißfällt, und dann in den Kongreß das Wort schleudert, sie seien manchmal noch schlechter als die antisemitischen Beamten, so machen Sie die Lage der jüdischen Beamten unmöglich. (Beifall.) Ich möchte an dieser Stelle auch eine weitere Warnung aussprechen: alles, was Sie sagen und schreiben, wird uns genau angekreidet, heute oder morgen oder in einem Jahre. Sie sprechen nicht im luftleeren Raum. Und wenn Sie übermorgen die Artikel in der arabischen Presse lesen werden, so werden Sie sehen, welche Reflexwirkungen manche Ausdrücke, welche hier fallen, in Palästina hervorrufen werden. Und das macht meine Antwort auf manche Kritik viel schwerer als Sie sich denken können. Es ist hier von Herrn Farbstein und anderen der Vorwurf erhoben worden — und ich komme jetzt zu einer sehr heiklen und delikaten Frage —, daß die Mandatarmacht den neuen High Com missioner ernannt 308