Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 283)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte hoffen, daß wir zusammen das Ziel erreichen. Wir müssen in Palästina eine jüdische Majorität schaffen, denn erst die jüdische Majorität kann uns in Palästina die faktische und politische Macht sichern. Und deswegen sind alle Wege zu begrüßen, die dazu führen; und aus diesem Grunde werden wir ganz und ohne jede Einschränkung für die Schaffung der Jewish Agency stimmen. (Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Klumel: Das Wort hat Herr Dr. Romano. Delegierter Dr. Marco Romano: Geehrter Kongreß! Ich hätte lieber französisch gesprochen, aber ich fürchte, daß mich die Mehrzahl der Anwesenden nicht verstehen würde. Im Namen der bulgarischen Landsmannschaft erkläre ich zu-r nächst, daß wir hinsichtlich der arabischen Politik mit der Exekutive ganz einverstanden sind. Es ist bedauerlich, daß Herr Jabotinsky, wie überhaupt die Führer der Opposition, ihre Politik mit Bezug auf die Araber hier nicht ausführlich behandelt haben. Ich bin nun freilich der Ansicht, daß das Entscheidende für uns unsere Haltung den Engländern gegenüber ist. Heute sind wir Vertragspartner von England und müssen daher auf ihre Politik, ihre Sympathien Rücksicht nehmen. Unser großer Freund, Lord Balfour, hat einmal gesagt: „Das englische Volk und das jüdische Volk haben zusammen eine Aufgabe auf sich genommen und werden sie sicher durchführen." Aus diesen Worten Lord Balfours müssen wir schließen, daß England die ernste Absicht hat, die gegebene Zusage durchzuführen. Wenn es so ist, müssen wir auch Englands Standpunkt berücksichtigen. Und wenn das der Fall ist, so dürfen wir nicht vergessen, daß die berühmte Deklaration zwei Teile hat. Nicht nur der Teil, der uns unsere nationale Heimstätte zusagt, sondern auch jener Teil, der die Berücksichtigung der arabischen Rechte gewährleistet, ist von Bedeutung. Darum können wir uns nicht erlauben, den Arabern gegenüber eine feindselige Haltung einzunehmen. Ja, noch mehr: die englische Politik den Arabern gegenüber ist auch für unser Interesse nicht ungünstig. Wenn die Araber den Eindruck hätten, daß sie in Palästina zu Gunsten der Juden unterdrückt werden, dann könnte es wegen des Mandates geradezu zu einem Kampf der Araber gegen England und die Juden kommen, und es wäre sicherlich zuerst um uns geschehen. Wenn dagegen England das Vertrauen der Araber hat, kann es vielleicht auch für uns etwas tun, wenn es nur will. Und ich glaube, das ist in einem gewissen Maße der Fall. Damit will ich nicht sagen, daß wir keine Forderungen an England zu stellen hätten. Wenn Herbert Samuel selbst in London und in Genf zugegeben hat, daß England nichts getan hat, um den Teil des Mandates zu verwirklichen, der sich auf die Schaffung der Heimstätte bezieht, so hat damit England selbst zu* gegeben, daß wir berechtigte Beschwerden erheben können. Unter 272