Mannheim
Compact Memory

Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 271

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 271 (sequence 282)
Language
German, English, Hebrew
Belongs to
journal volume
OCR quality
98% known words query
IRI
…/3476254-3476282--5981-3482127
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Gesang erreichen, so aufnahmsfähig sein und sogar in dem Sinne einen Schmelzofen darstellen, daß, wenn auch Juden von „Dzika und Nalewki" nach Palästina kommen, sie dort zu guten Juden und zu guten und produktiven Landesbürgern umgewandelt werden. (Beifall.) Man soll nicht die Unterschiedsmerkmale unseres Galuthlebens hervorheben; wo ist unsere Berechtigung, eine Million oder mehr polnischer Juden, ja drei Millionen polnischer Juden unter Ausnahmegesetze und Ausnahmsbestimmungen zu stellen? Solch ein Zustand darf in der Zionistischen Organisation nicht bestehen. (Beifall.) Ich frage unsere Exekutive, was sie für den Mittelstand, der jetzt ins Land kommt und sich der Landwirtschaft widmen will, getan hat? Diese Leute des Mittelstandes erhalten keine Unterstützung, keinen Rat und sind ganz sich selbst überlassen. Ich kenne doch die Leute aus Argentinien, die nach Palästina gefahren sind, um sich dort auf dem Lande anzusiedeln. Diese Leute waren Kolonisten, haben vor ihrer Abreise ihre Wirtschaften verkauft und sind ins Land mit Kapital und mit Befähigung zur Landarbeit gekommen; und trotzdem hat ein Teil von ihnen nach Argentinien zurückfahren müssen, weil sie bei unserer Exekutive weder die Aufmunterung, noch den Rat und die Unterstützung, zu denen sie ja sicher berechtigt waren, gefunden hatten. Und nun will ich noch kurz die Frage der Jewish Agency behandeln. Unsere Stellung zu dieser Frage ist ausgesprochen positiv. Wir, die wir nur durch die Balfour-Deklaration zum Zionismus kamen, die den Zionismus so auffassen, wie man es zu Zeiten Herzls tat, wollen keinesfalls im engen Rahmen der Partei bleiben, sondern wir wollen, daß sich das ganze jüdische Volk an unserem Werke beteiligt. Und wenn wir nun schon heuer so weit gekommen sind, daß Juden, die uns fern gestanden haben, die uns jahrelang bekämpft haben, uns sagen: „Wir wollen Hand in Hand mit euch am wirtschaftlichen Aufbau Palästinas arbeiten" — dann frage ich euch alle und fordere euch auf, offen und ehrlich darauf zu antworten, ob wir bei einer solchen Lage diese Leute nicht an unserem Werke teilnehmen lassen sollen und ob wir sie nicht mit offenen Armen aufnehmen sollen. Was für Argumente haben wir dagegen gehört? Man sagt uns, daß sie uns vom richtigen Wege wegführen, und andererseits, daß wir sie nicht brauchen, daß wir doch nicht diejenigen sind, die den Glauben an den Zionismus verloren haben. Ich frage euch nun: Wer hat den Glauben an den Zionismus verloren? Diejenigen, die behaupten, daß wir allein schon durch die Zusammenarbeit mit den andern unsere zionistischen Ideale, unseren Zionismus vergessen und uns der Ideologie der andern vollständig unterwerfen werden? Aber wir glauben und sind fest überzeugt, daß wir, mit wem wir auch zusammenarbeiten sollten, auch weiterhin an unseren zionistischen Idealen und Anschauungen festhalten werden. Wir wollen das ganze jüdische Volk zur Mitarbeit zu unserem Werke heranziehen, da wir 271

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.