Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 276)
- Language
- German, English, Hebrew
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Rufeisen, Bierer reits in dieser Richtung Verhandlungen eingeleitet und ich hoffe, auch hier konkrete Vorschläge machen zu können. (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Dr. Klumel: Das Wort hat Herr Dr. Bierer. Delegierter Dr. Josef Bierer (hebräisch): Im letzten Moment habe ich es übernommen, im Namen der rumänischen Juden von Transsylvanien, Bukowina und Beßarabien und der Juden Ungarns zu sprechen. Es scheint, daß man sich entschuldigen muß, wenn man heute von dieser Tribüne aus hebräisch sprechen will. Ich werde hebräisch sprechen. Auf keinem der vorhergegangenen zionistischen Kongresse hat man so viel deutsch gesprochen wie jetzt. (Beifall.) Sogar die Delegierten aus Palästina — aus Palästina — haben in anderen Sprachen gesprochen, nur nicht hebräisch. (Beifall.) Meine Herrenl Der Kongreßanwalt hat erklärt, daß man beim nächsten Kongreß von jedem Delegierten eine Bescheinigung verlangen wird, daß er seine Pflicht gegenüber dem Keren Hajessod erfüllt hat. Ich möchte nun den Kongreß fragen: Ist es die Pflicht eines Zionisten, hebräisch zu können? Ja oder nein? Ich glaube, daß es die Pflicht eines Zionisten ist, hebräisch zu sprechen. Deshalb werde ich auch die Forderung aufstellen, daß beim kommenden Kongreß jeder Delegierte hebräisch sprechen soll und eine Bestätigung der Kenntnis der hebräischen Sprache beizubringen hat. (Beifall.) Meine Herren! Ich will eine Frage an die Exekutive richten: Ist es wahr, daß trotz des Beschlusses des 12. Kongresses, wonach jeder Beamte die hebräische Sprache beherrschen muß und wonach man Beamte, die die hebräische Sprache nicht beherrschen, nicht anzustellen hat, ist es wahr, daß man bis jetzt Beamte aufgenommen hat, die die hebräische Sprache nicht beherrschen? Entspricht es den Tatsachen, daß es auch Mitglieder der Exekutive gibt, die nicht hebräisch können? Ich möchte wissen, warum die Exekutive es zugelassen hat, daß man solche Beamte aufgenommen hat, die unsere nationale Sprache nicht beherrschen. Meine Herren! All das ist in der Zeit vorgekommen, in der man die hebräische Universität in Palästina eröffnet hat. Wir haben geglaubt, daß die hebräische Universität einen Rückhalt in der Masse der Hebräischsprechenden hat, aber alle Delegierten, all diejenigen, die Delegierte und Vertreter dieser Masse sind, ziehen andere Sprachen vor. Wie stellen Sie sich das vor, daß wir von den Massen unseres Volkes in der ganzen Welt verlangen sollen, die hebräische Sprache als lebende nationale Sprache nicht nur in Palästina, sondern auch in der Galuth anzuerkennen, indem wir behaupten,, daß die hebräische Sprache in der ganzen Welt gesprochen werden müsse, wie können wir von der Volksmasse verlangen, daß sie hebräisch spreche, wenn die Vertreter des Volkes nicht hebräisch sprechen? Dabei bin ich dessen sicher, daß min- 265