Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 263 (sequence 274)
- Language
- German, English, Hebrew
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Brodetsky, Rufeisen Wir wissen von der Tatsache, daß eine ganze Reihe berechtigter Forderungen und Beschwerden der jüdischen Bevölkerung seitens der palästinensischen Regierung noch nicht volle Berücksichtigung gefunden haben. Wir kennen die Besorgnisse, von denen wir hören, und wir haben das Vertrauen dazu, daß unsere Exekutive diese Besorgnisse auch kennt. Wir glauben aber nicht, daß der Weg nach Zion über Revisionismus, Protektionismus oder Legionismus führt. Wir lehnen es ab, eine andere als eine friedliche Politik zu führen. Wir geben daher unserer Erwartung Ausdruck, daß fortschreitende Erfolge des schöpferischen Lebenswillens unseres Volkes auf wirtschaftlichem und auf kulturellem Gebiete der Exesutive ermöglichen werden, unseren auf das Mandat begründeten Forderungen den entsprechenden Nachdruck zu verleihen. In der Frage der Jewish Agency halten wir an unserem bereits vor dem dreizehnten Kongreß und auf dem dreizehnten Kongreß zum Ausdruck gebrachten Standpunkte fest, daß auch schon vor Einberufung eines allgemeinen jüdischen Weltkongresses geeignete Schritte unternommen werden müssen, um alle Juden, die bei dem Aufbau der jüdischen nationalen Heimstätte in Palästina mithelfen wollen, zur Mitarbeit und Mitverantwortung heranzuziehen. Wir wollen uns nicht mahnen lassen, eine Verpflichtung zu erfüllen, die wir im Mandate, die wir durch die Annahme des Mandates übernommen haben. Auch wir kennen die Bedenken jener Galuthpolitiker, die glauben, Palästina in Schutz nehmen zu müssen gegen Weizmann und die aus ihrer oppositionellen Einstellung heraus glauben, hier sich wehren zu müssen gegen Leute, die gern mit uns arbeiten wolen. Die Herren haben nichts gelernt und nichts vergessen. Wir aber wissen und haben das volle Vertrauen, daß die von der Exekutive und insbesondere dem Präsidenten der Organisation, Dr. Weizmann, im Sinne der Beschlüsse des Kongresses und des Actions-Comite in dieser Richtung geführten Verhandlungen die Unversehrlichkeit der Zionistischen Organisation, den Einfluß sowie die nationalen Bedingungen unseres Siedlungswerkes in keiner Weise gefährdet haben, und wir finden nach verantwortlicher Prüfung alles dessen, was vorgebracht wurde und neuerdings hier vorgebracht wird, keinerlei Anlaß, die Durchführbarkeit der bereits beschlossenen Richtlinien für die Erweiterung der Jewish Agency in Zweifel zu ziehen. Wir verlangen nur eines: eine klare und ehrliche Formulierung dessen, was wir wollen, auf der Basis der Erklärung, die Weizmann vor dem Actions-Comite abgegeben hat. Wir sind überzeugt, daß eine ehrliche Erklärung, eine ehrliche und klare Stellungnahme zu den Vorschlägen, die wir gehört haben und hören werden, es ermöglichen wird, nicht nur die Mitarbeit und Mitverantwortung der andern zu sichern, sondern auch finanzielle Erfolge zu erzielen. Niemand hat die Herren, die es besser zu wissen glauben, in dieser Richtung gehindert, Heilmittel anzuwenden, die uns gegen jede Ueber- 263