Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 269)
- Language
- German, English, Hebrew
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7. Sitzung: Generaldebatte Regierung beim Völkerbund zu verklagen haben. Viele Unannehmlichkeiten, die wir seit vier Jahren leiden müssen, waren nicht gerade auf die englische Regierung zurückzuführen, sondern auf den Völkerbund. Ich bin kein Gegner des Völkerbundes, im Gegenteil, ich bin überzeugter Anhänger dieser einzigen, wenn auch schwachen internationalen Friedenssicherung. Aber vorläufg wäre es lächerlich, England in bezug auf Palästina beim Völkerbund zu verklagen. Nun gehen manche Oppositionelle weiter: Sie wollen eine andere Mandatarmacht wählen. Wenn die offizielle Opposition, hier auf dem Kongreß, noch nicht vorgeschlagen hat, zu einer andern Macht zu gehen, so sind andere Oppositionen viel schneller. Und selbstverständlich wäre das auch die logische Folge des Oppositionsprogramms. Wer aber soll diese Macht sein? Amerika, Frankreich, Pan-Arabien, vielleicht auch die Türkei? Wir können nicht von Macht zu Macht mit dem Bettelstab in der Hand gehen, um den besten Beschützer zu finden. Das Schicksal Palästinas ist nun mit England verbunden. Wir werden weiter gemeinsam mit England arbeiten, denn im britischen Volke haben wir die besten Sympathien gefunden. Unter den englischen Staatsmännern haben wir das beste Verständnis für unsere Sache gewonnen. Die Freundschaft Englands werden wir nicht zum Spielball der kleinlichen und abenteuerlichen Politik unserer Opposition machen. Aber wenn Sie glauben, daß das Programm der Opposition durchgeführt werden kann, dann sollen Sie das Programm durchführen. Ist die Opposition fähig oder sogar bereit, Regierung zu werden? Hat die Opposition überhaupt den Mut aufzutreten und zu sagen: „Weizmann mit seiner Regierung kann die Bewegung nicht führen, wir werden die Leitung der Bewegung übernehmen?" Das entspricht unserer zionistischen Sitte. Unsere Sitte ist nicht, Weizmann zu sagen: „Höre, Weizmann, trage du weiter mit Sokolow die Verantwortung für die Politik und die Geldbeschaffung; aber ändere deine Meinungen, nimm unsere Forderungen an und arbeite weiter!1- Wir, die englische Delegation, werden diese Art der inneren Politik niemals billigen. Wenn wir fordern, daß Weizmann die Leitung weiter übernimmt, dann muß Weizmann die Grundlagen seiner Politik und die Form seiner Initiative bestimmen. Das zionistische Kabinett muß homogen sein. Und die Homogenität muß von der Meinung des Führers bestimmt werden. Die Exekutive muß einheitlich sein. Entweder mit Weizmann und mit seiner Politik oder ohne Weizmann und ohne seine Politik. Mit Weizmann und ohne seine Politik ist ein unmöglicher Mischmasch, den wir nicht dulden. Wir englischen Zionisten sind nicht Anhänger Weizmanns, wir sind Anhänger der Politik Weizmanns. Wir haben volles Vertrauen zu dem Mann, der so gewaltige Leistungen für das jüdische Volk errungen hat. Wir wollen ihn zum Führer haben, weil er Positives geschaffen hat und schaffen wird. 258