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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 257

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 257 (sequence 268)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5967-3482113
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Brodetsky Herr Grünbaum hat die „Versöhnungspolitik" der Exekutive angegriffen. Aber für mich ist eine Versöhnungspolitik kein Fehler, sie ist kein Zeichen der Schwäche. Im Gegenteil, sie ist ein Zeichen der Vernunft und der inneren Stärke. Es ist unvernünftig, wenn eine Nation auf ihrem Recht besteht, wenn eine Nation, die schwach ist, für die vollständige Anerkennung ihrer Forderungen kämpft. Nationale Führer, die Maximalforderungen stellen, erwerben sich eine schöne Popularität. Ihre Forderungen erzeugen wieder Forderungen. Ein Jabotinsky ist immer ein Führer. Aber solche Führer sind nicht die geeigneten Menschen, die Politik ihrer Nation zu leiten. Die Nation kann sich nicht erlauben, mit Maximalforderungen aufzutreten. Und am wenigsten können wir uns das erlauben. Wir haben nicht die Macht, auf Abenteuer auszugehen. Unsere Politik muß so gestaltet werden, daß die allgemeine politische Weltmeinung auf unserer Seite steht; und das hat die Exekutive erzielt. Sie hat gezeigt, daß wir Juden nur das verlangen, was jeder rechtlich denkende Mensch uns gewähren muß. Sie hat gezeigt, daß wir Juden bereit sind, auf all das zu verzichten, was ein friedliches Zusammenleben mit den Arabern unmöglich macht. Wir sind dafür, daß Palästina ein Land des Friedens ist, ein Land, wo wir die großen Errungenschaften der letzten Jahre sammeln konnten, ohne nutzlose Streitigkeiten und ohne Angst. Wir englischen Zionisten sind Gegner einer Politik der Aufhetzung der Araber. Wir wollen nicht militärische Abenteuer in Palästina haben. Wir wollen nicht Juden und Araber gegeneinander aufhetzen; das ist gegen unser Interesse im Handel und auch gegen die Interessen unserer nationalen Bewegung. Unsere oppositionellen Kreise sind gegen die Mandatarmacht aufgehetzt. Ich stehe hier nicht als Vertreter des englischen Volkes oder der britischen Regierung, ich stehe hier überhaupt nicht als Engländer, sondern als Jude. Aber die Meinungen, die in England herrschen, kennen wir englischen Zionisten viel besser als die Herren der Opposition, und ich muß hier im Namen unserer Delegation betonen: Das, was in politischer Hinsicht erzielt werden konnte, hat die Exekutive mit Weizmann an der Spitze erzielt. Zwei Fragen werden in England immer gestellt. Die eine ist: Sind alle Juden für Palästina? Die zweite ist: Kann man den Zionismus ohne internationale Schwierigkeiten durchsetzen? Die Bürger der Mandatarmacht wollen keine Abenteuer. Sie sind kriegsmüde und wollen Ruhe haben. Und ich glaube nicht, daß die englische öffentliche Meinung für die Ideen unserer Opposition zu gewinnen ist. Wenn aber die Opposition meint, sich an den Völkerbund wenden zu können, so will ich nur darauf hinweisen, daß es vor einigen Monaten erst in der Mandatskommission der englische Minister Austen Chamberlain war, der die jüdischen Einwanderer gegenüber der Meinung der Völkerbundskommission verteidigte. Es scheint also, daß wir eher den Völkerbund bei der englischen Regierung als die englische 17 257

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