Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 252 (sequence 263)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte diese Hoffnungen werden sich erfüllen. Es wird noch zwanzig Jahre dauern; wenn wir eine halbe Million Juden in Palästina haben werden, dann wird auch seine Idee zur Verwirklichung kommen. Er will aber doch Soldaten dorthin schicken, bevor wir noch Juden haben. Das ist eine verkehrte Welt. So entstehen keine Staaten und so entstehen keie Autonomien. Ich will noch auf etwas hinweisen. Jabotinsky ist heute gekommen — ich habe mich gewundert — und hat sich auf das Gebiet der Oekonomie, auf das Gebiet der Landwirtschaft und so weiter begeben. Ich habe mich gewundert. Das ist doch nicht sein Gebiet. Ich kann mir diesen Luxus nicht erlauben. Ich habe ein anderes Gebiet, aber auch dieses Gebiet hat mit dem Aufbau Palästinas zu tun und besonders mit dem Wiederaufleben der jüdischen Nation. Es ist das Gebiet, das wir jüdische Kultur nennen. Und auf diesem Gebiete will ich zeigen, welchen Weg wir zu gehen haben. Das Schönste, was die Juden geschaffen haben, ist ihre alte Geschichte voll tiefer Bedeutung. Man hat, zum Beispiel, Abraham das Land Kanaan versprochen, und der es ihm versprach, das war nicht Balfour und das war nicht Weizmann, das war ein ganz anderer. Man hat auch Isaak das Land versprochen, man hat es Jakob versprochen. Doch Abraham kam und wollte nicht eine Kolonie; er wollte ein Grab haben, um seine Sarah zu begraben. Und er handelte mit Ephron und bezahlte dafür; er hat bezahlt. (Beifall.) Ich sage, das ist meine Auffassung. Jabotinsky kann es umsonst verlangen, aber Sie werden es nicht fertig bringen, und wozu sich unnützen Illusionen hingeben? Machen wir uns keine Illusionen! Das Land werden wir kaufen und werden bezahlen, ob wir mit der englischen Regierung zufrieden sind oder nicht. Wir haben keinen andern Weg. Es wird Ihnen nie gelingen, den Boden im Tausch zu bekommen. Sie werden bezahlen. Es wird Ihnen nie gelingen, jüdische Soldaten ins Land als Vorposten zu schicken. Sie werden zuerst die Juden und dann werden Sie die Beschützer haben. Uebrigens möchte ich noch eines zu sagen nicht vergessen: daß wir ganz schutzlos in Palästina sind — ich will daüber nicht sprechen — das stimmt doch durchaus nicht. (Zwischenrufe.) Und nun gehe ich dazu über, einen Punkt zu besprechen, der auf diesem Kongreß einen breiten Raum einnimmt. Als man angefangen hat, von der vierten Ali j ah zu sprechen, hörte ich einen Ruf von der linken Seite und ich habe diesen Ruf sehr bedauert. Dann haben wieder die andern gesprochen und da haben sich auch die Herren der vierten Alijah hier vorstellen wollen. Aber beide haben, in ihrer Ausschließlichkeit, unrecht. Ich glaube, hier auf dem Kongreß ist schon das richtige Wort ausgesprochen worden, daß der Zusammenhang zwischen den ersten Pionieren und der vierten Alijah hergestellt werden muß. Der Zusammenhang und das Verhältnis zwischen den ersten Chaluzim und zwischen der vierten 252