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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 251

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 251 (sequence 262)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5961-3482107
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jabotinsky, Arlosoroff, Levin Mitglied des A. C. Dr. Arlosoroff: Ich habe au dem bedauerlich«]! Ereigais, das sich vorhin hier abgespielt hat, folgernde Eridärug im Namen meiner Fraktion abzugeben: Mit Beschluß des Actio as-Canrites wurde für die Generaldebatte als Redezeit eine halbe Stande festgesetzt. Die Vertreter der großen Parteien haben <sioh strikte daran gehalten. Das Präsidiuin durfte kein« Präzedenzfälle schaffen, weil es <9ich besonders an Gesetz und Ordnung halten muß. Es hat doppelt gefehlt: Erstens hat es kein Recht gehabt, einen Beschluß zu fassen, ohne daß eine gegnerische Meinung zu Worte kam. Zweitens wurde mär widei alle Bestimmungen das Wort zur Abstammung verweigert. Das Präsidium hat sich von sensationellen Tendenzen in unberechtigter Weise treiben lassen!. Es waa* dies ein Verfahren, gegen das wir bedauern unseren schärfsten Protest einlegen zu müssen. Delegierter Richard Lichtheim: Gehört das zur Geschäftsordnung? Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin: Der Beschluß, -die Redezeit mit einer halben Stade zm begrenzen, lag nach unsere* Meinung dim Interesse des Kongresses. Wenn aber der Redner eine Verlängerung der Redezeit verlangt und der Kongreß zustimmt, hat das Präsidininn meiner Ansicht nach kein Recht, sie ihm ziu verweigern (lebhafter Beifall). Herr Dr. Schnwia Levin hat das Wort. Mitglied des Actions-Gomites Di. Schmarja Levin: Eigentlich wollte ich erst später sprechen. Aber wenn ich meine Rede verschiebe, so ist es möglich, daß ich keine Gelegenheit mehr haben werde zu reden, und ich möchte ein paar Worte sagen. Die Rede Jabotinskys war zwar in der Reihe vor mir, aber was ich sagen will, wird mit seiner Rede weder in einem logischen, noch in einem politischen Zusammenhang stehen. Ich habe nicht die Absicht, jetzt mit Jabotinsky zu polemisieren, und nur von meinem allgemeinen freien Standpukte aus möchte ich ein paar Punkte aus seiner Rede herausnehmen, denn ich habe ihn heute vielleicht klarer verstanden als je. Ich glaube, seine Weltanschauung hat sich kristallisiert — und wir haben es mit einer Weltanschauung zu tun — eine Weltanschauung wird aber nicht mit dem Beschluß einer Majorität bekämpft. Es kann sein, seine Weltanschauung paßt Ihnen nicht. Nun, es gibt viele Weltanschauungen, die uns nicht passen. Seine Auffassung paßt uns nicht, aber es ist doch eine Weltanschauung, und er hat auch eine Ideologie und er hat auch die Berechtigung, seine Ideologie hier zu entwickeln. Jabotinsky hat heute seine Ideologie begründet, und ich verstehe sie aus seinem ganzen Werdegang; aus seiner ganzen Entwicklung habe ich Jabotinsky heute verstanden. Er hat eine mechanistische Weltanschuung. Er betrachtet den Staat als etwas, das man nach einem bestimmten Rezept machen kann, so wie aus verschiedenen Elementen eine Maschine zusammengesetzt ist. Und da hat er recht. Zuerst müssen wir die Bestandteile der Maschine haben, dann wird die Maschine entstehen. Ich möchte sagen: er baut den Zionismus wie einen Homunkulus in einer Retorte. Wir bleiben bei der alten Methode. Für uns ist der Zionismus etwas Lebendiges. Auch wir glauben, daß das kommen wird, was heute Jabotinsky verlangt. Alle 251

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