Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 250 (sequence 261)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte soriums, es ist die Frage von etwas anderem. Das Zusammengehen der Juden im tatsächlichen Aufbau des Landes ist schon reif, das Zusammengehen in Idealen ist noch nicht reif. Und dann kommt die Illusion, daß der Kontakt mit uns diese Leute bekehren werde. Einzelne Leute bekehrt man, Personen bekehrt man, aber Parteien bekehrt man nicht. Die Ica arbeitet doch 25 Jahre in Palästina, arbeitet wunderbar, und diese Leute haben doch im Verkehr gestanden, im Kontakt gestanden nicht nur mit Führern, sondern mit den Arbeitern, den Kolonisten, den Chaluzim. Fragen Sie heute Kapitän Frank: „Sind Sie ein Zionist geworden?" — er wird Sie auslachen. Aber er macht doch die ganze Kolonisationsarbeit der Ica und hält trotzdem den Zionismus für ein ganz wahnsinniges Beginnen. Dasselbe gilt vom Hilfsverein. Wunderbare Arbeit haben sie in Palästina getan. (Zwischenruf: Das stimmt nicht.) Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin: Sie haben nur noch zwei Minuten. (Ironische Ruf« link/s: Wir beantragen noch eine Stunde! Heiterkeit, Lärm). Delegierter Jabotinsky (fortfahrend): Meine Damen und Herren, ich komme zum Schluß (Unruhe), ich komme zum Schluß. Nach dem, was Sie hier gehört haben, müssen Sie einsehen, daß wir nicht gegen Personen polemisieren. Hinter uns haben wir eine fünfzigjährige politische Schulung: Achad Haam, Herzl, der unsere Hochschule der Politik, den Kongreß, geschaffen hat. Ich stehe hier in Canossa. Ich glaubte vor vier Jahren, daß ich, wie manche Emigranten, mein Vaterland verlassen müsse, um im Auslande vielleicht noch besser dafür zu kämpfen. Als „Baal Teschuwa" (Reuiger) stehe ich vor euch. Dieser Kongreß mag gegen mich oder für mich sein, das macht nichts aus, mit euch habe ich eine Verständigungssprache, aber mit jenen kann ich nicht sprechen. Der Kongreß ist souverän, deswegen stehe ich hier. Vertreiben Sie keine Patrioten aus der zionistischen Bewegung! Vor einem unsouveränen Kongreß werden sich vielleicht viele Gestalten nicht treffen, die einander jetzt hier sehen. (Stürmischer Beifall, zahlreiche Zurufe, andauernder Lärm.) Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin: 3>ie Satzung dauert fönt. Ich bitte auf den Sitzen zu bleiben. Es wird jetz.t ein« offizielle Mitteilung verlesen werden. Kongreßsekretär Dr. Löwenstein: Der Permamenzausschuß hat sich tkomtstituiiieant und ha|t als Vorsitzenden Herrn Abraham! Goldberg, als seine Stelleirtreter idie Herren Berinaiin .Struck und Dx. Leon Reich und als Schriftführer Herrn Jean ßchrameek gewählt (die Unruh» im Saale hält an). Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin: Herr Dr. Arlosoroff hat aur Geschäftsordnung das Wort (Beifall). 250