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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 249

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 249 (sequence 260)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5959-3482105
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Jabotinsky in bezug auf den politischen Zustand Optimisten sind, auch wenn Sie sagen, daß die heutige Lage gut ist, wir brauchten keine politischen Veränderungen — wer kann heute wissen, ob in der weiteren Entwicklung des Zionismus nicht ein Tag kommen kann, der eine Krise darstellt, wo wir das politische Instrument benötigen und der ganze Kongreß zusammen, einstimmig, mit Blut und Tränen, einen großen politischen Beschluß fassen wird; dann müssen wir doch dieses Instrument ohne Obstruktion, ohne Filter in unseren Händen haben, um wenigstens den reinen Willen des jüdischen Volkes der Regierung zu verdolmetschen. Ihr werdet sagen: Johann, Peter, sie sind doch gerechte, gemäßigte Leute. Ja, ich weiß, es gibt Momente, wo die Gemäßigten auch auftreten, das gibt es. Und gleich am Anfang, wo man voneinander so begeistert ist, werden wirklich gewisse Kreise uns ihre gerechten Vertreter senden. Aber baut man denn die Sache auf ein paar Jahre? Kommt eine Krise, dann frage ich euch, Lipsky, dann frage ich auch Sie, Weizmann, wo ist dann der Gerechte und Gemäßigte, wenn es zu einer Krise kommt? Als im Jahre 1922 in Amerika im Parlament Resolutionen für den Zionismus eingebracht wurden, da sind die Gemäßigten zuhause geblieben, da haben sie geschwiegen, aber zum Vorschein gekommen ist der radikale Führer, der geistige Hauptmann der Reformbewegung und hat gegen uns gearbeitet. Wenn die Engländer mit der Zustimmung derjenigen, die wir heute unsere Führer nennen, ein jüdisches Regiment geschaffen haben, um es nach Palästina zu senden, dann waren es nicht die Gemäßigten unter den nichtzionistischen Juden, sondern die wirklichen Führer, die zur Regierung gegangen sind und gesagt haben: „Dieses jüdische Regiment — schickt diese Leute zum Teufel, nach Flandern, nach Italien, nach Saloniki, nur nicht nach Palästina!14 Und eine traurige Erinnerung für mich: nach den Pogromen in Jerusalem, nach dem barbarischen Urteil des Militärgerichtes war eine Empörung im ganzen jüdischen Volke, das einstimmig verlangt hat, daß dieses Urteil revidiert werde. Da traten wiederum nicht die Gemäßigten, sondern die Radikalen unter den Anglojuden auf und sagten: „Wagt nicht, Juden, an dem Prestige der englischen Nation und der englischen Administration zu rütteln!il Das ist die Psychologie dieser Leute, die zur Zeit der Krise zum Vorschein kommen wird. Und jede Kritik, die man sich erlaubt, und jede Reformforderung, die man formuliert, kann doch von diesen Leuten kritisiert werden, als ob man damit das englische Prestige bedrohe. Und Sie spielen Bewegung, Sie spielen mit der Illusion „Provisorium". Kein Provisorium! Wenn man erst einmal eine feierliche Vereinigung geschaffen, wenn man einmal der nichtjüdischen Politik und der jüdischen Gasse mitgeteilt hat: von heute an arbeiten alle Juden zusammen — dann würden doch wir die ersten sein, niemandem zu erlauben, daß er diese Einigkeit zertrümmere. Aber es ist nicht die Frage der Majorisierung oder Minorisierung, die Frage des Provi- 249

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