Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 244 (sequence 255)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin (hat inzwischen dem Vorsitz wieder übernommen):: ' Ordner, schaffen Sie Ruhe! Hera- Jabotinsky hat das Wort. Delegierter Jabotinsky (fortfahrend): Wir glauben also, daß die Kolonisation in einem zionistischem Maßstab gewisser politischer Vorbedingungen bedarf, nämlich einer Reihe von radikalen Reformen in Bezug auf Boden, Schutzzölle und Steuergesetze, sowie einer Nationalanleihe, deren Erlangung auch nur auf politischem Wege zu erzielen ist, nämlich durch die Bodenreserve. (Zwischenrufe.) Aber wir glauben, auch wenn ein Kongreß alle diese Forderungen annimmt und das ganze jüdische Volk sie teilt, wäre es schwer» sie auf dem bisherigen Wege zur Verwirklichung zu bringen, wenn die Regierung, wenn die Administration in Palästina so stark von unfreundlichem Geiste durchdrungen ist, wie man es hier heute geschildert hat. Und in dem jüdischen Volke besteht schon seit langem eine Mißstimmung gegen die Psychologie eines gewissen Beamtenkreises in Palästina. Natürlich und selbstverständlich entspricht es nicht dem Geiste und nicht dem Buchstaben des Mandates und nicht der Pflicht der Mandatarmacht, an hohe Stellen einflußreiche Beamte zu entsenden, die keine Freunde der Balfour-Deklaration sind. Wir sehen Leute wie Richmond und Philby, die, nachdem sie Palästina verlassen haben, eine Hetze gegen den Zionismus in England treiben» Aber wir wissen nicht, wie viele Leute derselben Gesinnung noch in Palästina geblieben sind, und die Palästinenser selber glauben, daß es ihrer recht viele gibt. Darum ist es notwendig, den Weg zu suchen» auf welchem man dieses Unheil bekämpfen könnte. Es nützt nichts» Proteste gegen Herrn A. oder Herrn B. zu richten, wenn man der Regierung ein unumschränktes Recht zuerkennt, ihre Beamten zu ernennen; dann macht es nur böses Blut, wenn wir nachher gegen A. oder B. protestieren. Will man gegen diesen Zustand protestieren» dann muß man einen rechtlichen Weg und eine rechtliche Proposition suchen, worauf wir ein gewisses Verlangen oder eine gewisse Forderung basieren. Und die Forderung kann nur diejenige sein, daß bei der Ernennung von Beamten, die die einflußreichen Stellen in Palästina einnehmen, und besonders des High Commissioner* des Oberbeamten aller Beamten, die britische Mandatarmacht die Jewish Agency zur Beratung heranziehen soll. Und die Angelegenheit Plumer, die Empörung im jüdischen Volke, die darüber empfunden wurde, ist doch nicht dadurch zu erklären, daß irgendwo irgendwer etwas gegen die Persönlichkeit Plumers hat, sondern gegen die Art und Weise, gegen die Nichtbefragung der Jewish Agency. Wenn die Jewish Agency den Anspruch hat, über jede noch so kleine Angelegenheit des fortschreitenden Pasästina befragt zu werden, so hat sie, wenn es sich um die Frage aller Fragen handelt» 244