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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 242

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 242 (sequence 253)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5952-3482098
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6. Sitzung: Generaldebatte ist eine Bodenreserve in Palästina. Das ist das kalifornische System. Dort gibt man Anleihen auf eine Fläche Boden, der noch nicht bebaut ist, der nur mit diesem Anleihegeld amelioriert werden muß, damit Ansiedler kommen und aus ihren Erträgen die Dividende und die Amortisation bezahlen. Nur auf diesem Wege, glaube ich, ist eine Anleihe möglich. Entziehen Sie die Bodenreserve, haben Sie keine Anleihe; und darum glauben wir, daß das ganze Problem Palästinas von diesem politischen Standpunkte aus gesehen werden muß. Glauben Sie uns, wir verstehen und schätzen die gegenwärtige Stimmung, die sagt: „Um Gottes willen, lasse man uns auf ein paar Jahre die Politik vergessen!" (Zwischenrufe.) Wir verstehen es, weil es wirklich einem jeden, der im Zionismus, im Judentum seit langem müde geworden ist, schwer wird, immer mit politischen Faktoren zu rechnen, wenn man vor sich das wunderbare Bild hat von Leuten, die in schwerer und sorgender Arbeit aufgehen. Das ist doch erhaben, das ist doch schön, das ist doch rein, das entspricht doch nur der Ordnung und der Vernunft. Das ist so klar und so wunderbar, daß ich nur bedaure, daß die ganze Sache (Zwischenrufe) eine Illusion ist, weil man ohne politische Voraussetzungen keine Kolonisation haben kann. Es gibt doch einen Unterschied zwischen Kolonialpolitik und Kolonisation. Kolonialpolitik ist die Schaffung von gewissen Modellen, von sprechenden Beweisen, die die Welt tiberzeugen, daß wir imstande sind zu bauen und zu arbeiten. (Heftige Zwischenrufe.) Ein Modell des Eiffelturms kann man mit zwei Händen und einem Hammer machen, aber die Kolonisation, das heißt die Bildung eines neuen Staates durch die Einwanderung einer Bevölkerung, die den ganzen Aufbau und die Szenerie des Landes ändert, diese Staats arbeit kann doch nur mit Staats mittein geführt werden. Der Eiffelturm kann doch nicht mit einem Hammer und der Hand gebaut werden. Der Unterschied ist doch nicht nur ein quantitativer, es ist ein qualitativer Unterschied. Die ganze Methode ist politisch. Wir verstehen auch, daß in der Aufgabe der Staatskolonisation die Oekonomik 99 Prozent und die Politik nur ein Prozent ist. Aber unvernünftigerweise ist gerade dieses eine Prozent die Vorbedingung der Kolonisation. Meine Zeit ist um, ich bitte den Herrn Präsidenten, den Kongreß zu befragen, ob er mir jetzt erlauben wird, weiter zu sprechen. (Stürmischer Beifall einerseits, Widerspruch andererseits.) Vorsitzeader Vizepräsident Meyer Berlin: Ich lasse über diesen Antrag abstimmen. (Die Abstimung wird unter lebhafter Unruhe des Kongresses vorgenommen rund ergibt dde Annahme des Antrages. Das Ergebnis ruft neuerlich stürmische OSiundg«ebungen hervor). Mitglied des A. C. Kurt Blumenfeld: Ich protestiere gegen die Abstimmung. Ich beantrage ein MißbiUigungavotum gegen den Vorsitzenden. Es müssen die Karten vorgewiesen werden. 242

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