Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 239 (sequence 250)
- Language
- German, English, Hebrew
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Jabotinsky städtischen Bevölkerung zu absorbieren. Auch unetr den besten Bedingungen wird es immer eine Notwendigkeit sein, die Notwendigkeit nicht der Ideologen, die das jüdische Volk „umschichten" wollen, aber die Notwendigkeit des guten Hausvaters, womöglich einen größeren und immer größeren Prozentsatz nach dem sicheren Brot vom Lande hinzulenken. Wie steht es heute mit der ländlichen Ansiedlung? Gerade in dem letzten Jahre, erzählt uns der Bericht des Agricultural Departement, ist die Schaffung von neuen Ansiedlungen seitens der Zionistischen Organisation leider zum Stillstand gekommen. Es sind zwar von privater Seite einige erfreuliche Versuche gemacht worden, neue Siedlungen zu schaffen, aber hier muß ich Sie an die Worte Dr. Ruppins erinnern: Was für ein Unterschied, sagt er, ist es, ob wir dreißig Familien oder dreihundert Familien im Jahre auf dem Lande unterbringen, wenn es sich um eine ungeheure Kolonisation von 36.000 pro Jahr handelt? Also wir dürfen sagen, gerade in diesem Jahre hat die landwirtschaftliche Ansiedlung eine außerordentlich kleine, eine verschwindend kleine Rolle in unserem Dasein gespielt. Und wenn sich nun ein Beobachter vor dieser Erscheinung fragt, warum ausgerechnet in diesem Jahre, wo die Immigration eine ungeheuer große war und die Eingänge des Keren Hajessod einen Rekord erreichten, wo die Einnahmen des Keren Kajemeth sehr groß waren, größer als in früheren Jahren, wo die Immigration selbst eine mehr oder weniger kapitalskräftige war — ich habe selbst Leute, Balebattim von der vierten Alijah gesehen, die mit großer Begeisterung, bevor sie nach Palästina gegangen sind, sagten: „Wir sehnen uns nach der Landarbeit", und ich glaube, das ist auch wirklich die Haupttriebfeder der breiten Erscheinung der vierten Alijah — unter allen diesen Bedingungen, ausgerechnet in diesem Jahre mit großem Menschenmaterial und großem Geldmaterial kam die landwirtschaftliche Kolonisation zum Stillstand. Wenn ich eine Erklärung dieser Tatsache suche, dann wäre es doch lächerlich, Ruppin zu beschuldigen oder Weizmann zu beschuldigen und zu sagen, daß sie etwas mehr oder etwas weniger getan haben. Es handelt sich tatsächlich um ein Problem, das unter dieser Bedingung objektiv unlösbar ist, um das Problem einer großen Landsiedlung durch den Kauf und Verkauf des Bodens auf dem freien Markt. So etwas hat es im Leben nie gegeben in der Geschichte der tatsächlichen Kolonisation, das kann es auch nicht geben. Es ist doch dieses charakteristische System, das die Grundlage bildet einer — sagt man — der schönsten Erscheinungen, die man in Palästina sehen kann: das ist das Moschaw-Dorf Nahalal. Ich habe leider Nahalal nicht gesehen, nehme aber an, daß es eine der gelungensten Manifestationen der jüdischen Schöpfung ist, und wenn man mir sagt, daß es eine Leistung war, nach dem 239