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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 232

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 232 (sequence 243)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5942-3482088
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6. Sitzung: Generaldebatte sehr verdient gemacht. Heute hat er ein Programm aufgestellt, aber in all diesen Programmpunkten sehe ich bloß einen wirksamen Punkt eingekapselt und diesen Punkt halte ich für unannehmbar, ich muß sagen, ich halte ihn für abenteuerlich. Jabotinsky verlangt außerdem von der Mandatarmacht „Revision". Ich halte das, und ich bin ein radikaler Zionist, für ein unmögliches Verlangen. Und noch etwas anderes. Wenn Jabotinsky heute als Ankläger auftritt gegen die Leitung — ich weiß, seine Stellung ist schwach und es ist leicht, ihn anzugreifen — aber ich bedauere doch sagen zu müssen, Herr Jabotinsky hat kein Recht, als Ankläger hierherzukommen. Er war damals Mitglied der Exekutive, er ist mitverantwortlich für die Annahme des Churchill-Statements. Was soll jetzt geschehen? Ich will Ihnen meine unmaßgebliche Meinung sagen. Der Kongreß hat eine Erklärung abzugeben: „Nachdem die Annahme des Churchill-Statements sozusagen unserer Leitung aufgezwungen worden ist, kann der Kongreß die Verantwortung dafür nicht übernehmen, er kann sich dadurch nicht als gebunden betrachten." Es ist selbstverständlich, daß unser Bestreben dahin geht, die Fragen mit der Mandatarmacht friedlich zu regeln, der Mandatarmacht gegenüber so freundlich wie möglich zu sein. Wir kommen mit dieser Erklärung eigentlich um einen Kongreß zu spät, aber seit dem vorigen Kongreß haben wir zweierlei konstatieren können. Erstens: daß dieses Churchill-Statement auf dem Boden der praktischen Betätigung in Palästina nachteilige Folgen für uns gehabt hat. Zweitens haben wir heute begründete Ursache anzunehmen, daß es nicht die englische Regierung war, welche die Initiative zu diesem Statement ergriffen hat. Deshalb dürfen wir annehmen, daß die britische Regierung nicht durchaus darauf bestehen wird, uns dauernd die Beschränkungen aufzuerlegen, die in dem Statement enthalten sind. Mancher wird hier vielleicht sagen, ein solches Verfahren sei halbe Arbeit. Ich habe ganze Arbeit verlangt, als es noch Zeit war. Heute ist dieses, was ich vorschlage, ganze Arbeit, weil das nützlich ist. Dieses Verfahren hat Vorteile. Es ist, nach meiner Meinung, für unsere Leitung akzeptabel, diesen Weg zu beschreiten, und wir stoßen die Mandatarmacht nicht vor den Kopf, wir verlangen nicht, daß sie vor uns einen Rückzug antritt. Wir verlangen nicht Revision, schaffen aber für die britische Regierung dadurch die Basis, daß sie bei einer Gelegenheit wieder eine günstigere Erklärung abgibt und unser Recht ganz wieder herstellt, wie es in der Balfour-Deklaration und im Mandat uns zuerkannt war. Herr Dr. Weizmann, unser Präsident, hat seinen Bericht an den Kongreß hier mit den Worten beendet, daß wir von der Weltpolitik abhängen, es gebe in der Politik Tatsachen, die wir nicht kontrollieren können. Das stimmt, aber über die politischen Tatsachen muß ich mir erlauben, hoher Kongreß, einige Worte zu sagen. Heute spricht man bei uns nicht mehr viel über politische Theorien, weil es Tagesfragen gibt, zu denen wir Stellung zu nehmen haben. Wenn die Eröffnung der Universität in Jerusalem ein politischer Erfolg ist, so sehe ich darin einen politischen Erfolg im Achad Haamschen Sinne, während die Balfour-Deklaration im Herzischen Sinne gewesen ist. Wenn man will, kann man darin die Synthese sehen. Ich sehe noch immer darin zwei Linien, zwei Linien, die nicht einmal parallel laufen. Und ich will Ihnen beweisen, daß sie nicht 232

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