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Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in … · 1926-01-01 · 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925 · p. Seite 230

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Journal
Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
Volume
14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
Date
1926-01-01
Page
Seite 230 (sequence 241)
Language
German, English, Hebrew
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IRI
…/3476254-3476282--5940-3482086
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6. Sitzung: Generaldebatte Geehrter Kongreß! Die Gegensätze, die heute im Kongresse sind, scheinen mir darauf zu beruhen, daß ein gewisser Ruck nach rechts erfolgt ist. Ich würde das bedauern, denn ich möchte nicht, daß die verschiedenen Elemente im Lande in irgendeinem Lager eine Monopolstellung von irgendeiner Seite haben. (Beifall.) Und ich möchte sehr davor warnen, daß wir den Arbeiter im Lande irgendwie verärgern. Unser Arbeiter ist durch und durch treu, er ist, soweit ich ihn kennen gelernt habe, in Palästina nicht einmal politisch interessiert. Mögen die Führer der Arbeiter die oder jene Politik, das oder jenes Parteiprogramm so oder so machen, ich möchte beinahe sagen, wenn es mir die Herren verzeihen würden, ausklügeln, so daß man sich darin nicht auskennt; es hat wirklich gar nichts auf sich. Aber der Arbeiter als solcher ist nur interessiert an der natürlichen Arbeit, an dem Aufbau Palästinas und an der Möglichkeit zu existieren. Wenn wir hier ihm das einschränken, wenn wir ihm das fraglich machen und wenn das nach Palästina dringt, daß von hier aus etwas geschehen ist, was Einschränkungen in Palästina zur Folge hat, dann bin ich überzeugt, die Herren vom Misrachi werden das ganz genau so zu spüren bekommen wie das Zentrum und wie die Linke. Wir müssen die Arbeit hochhalten. Wir müssen die Achduth haawodah, wie Bialik gesagt hat, das müssen wir hochhalten. Und noch eines müssen wir. Meine Herren, ich bin gegen den Realismus und Realpolitik, ich bin gegen Kapitalismus und Interessenvertretung. Wenden Sie sich mit ihren Vorschlägen an Kapitalisten, an die Arbeiter, ganz gleich. Tun Sie, was Sie wollen. Aber eines, eines halten Sie fest: Reinheit des zionistischen Ideals, Reinheit der zionistischen Ideologie. Wir müssen nicht nur ein Land aufbauen für das jüdische Volk, wir müssen auch ein jüdisches Volk aufbauen für das jüdische Land! (Lebhafter Beifall.) Vorsitzender Vizepräsident Meyer Berlin (hebräisch): Das Wort hat Herr Jean Fischer. Delegierter Jean Fischer (von lebhaftem Beifall begrüßt): Hoher Kongreß! Ich gehöre keiner Partei im Zionismus an, ich stehe hier allein, und gerade weil ich hier allein stehe, habe ich das Empfinden, daß ich zum ganzen Kongreß sprechen darf. Ich vertrete dieses Mal nicht bloß Belgien allein, sondern auch das ungeheure Land Sibirien. Die sibirischen Zionisten haben meiner Kandidatur ihre Zustimmung gegeben. Das freut mich, denn ich wußte nicht, daß es in Sibirien so viele politische Zionisten gibt. Ich sende jedenfalls von hier aus den sibirischen Zionisten meinen Gruß. Ich stehe nicht hier, um die Verdienste der Leitung abzuschwächen, aber ich habe im Zionismus eine kleine Erbschaft, eine teure Erbschaft zu vertreten. Wenn ich den Standpunkt, den ich hier vertrete, charakterisieren wollte, würde ich sagen, ich trete dafür ein, <Iaß wir überall einen „Reservefonds" schaffen. Hoher Kongreß, ich meine hier nicht nur einen Reservefonds bei den Banken, bei dem Nationalfonds und bei den anderen Institutionen, wo wir bedauerli- 230

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