Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Journal
- Stenographisches Protokoll der Verhandlungen des … Zionisten-Kongresses … in …
- Volume
- 14 (1926) Wien, 18. bis 31. August 1925
- Date
- 1926-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 239)
- Language
- German, English, Hebrew
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6. Sitzung: Generaldebatte dem Juden das Geld erhalten aus seinem guten Willen heraus. Und ich muß auf seinen Willen einwirken. Meinen Sie wirklich, daß wir Geld bekommen, daß wir schwer arbeiten sollen, damit den Juden große Dividenden gegeben werden? Unsere Juden können doch auch ein bißchen rechnen. Sie werden ihnen nicht beibringen können, daß Zionismus ein Geschäft ist. Und ich muß Ihnen sagen, ich habe manchmal das Gefühl, es sind die ärgsten „Batlanim", die gerade im Namen der kaufmännischen Raison zu sprechen vorgeben. Daß Palästina ein glänzendes Geschäft ist, kann man niemandem sagen, aber man kann sagen, es ist ein herrliches Ideal. Und dieses Ideal führt zurück zu den Propheten und den von ihnen verkündeten gerechten Lebensformen, denen wir wieder zustreben. Meine Herren, persönlich bin ich nicht ein Anhänger der Kwuzah, der kommunistischen Siedlung. Für mein soziales Gewissen, für mein soziales Verständnis ist die richtige Entwicklung für die Zukunft der Moschaw owdim. Aber immerhin ist sie etwas, was auf eigene Arbeit, etwas was auf Eigenarbeit und auf eigene Einstellung der ganzen Persönlichkeit gegründet ist und nicht auf das Bewußtsein, daß meine Angestellten arbeiten und ich mich bequem hinsetzen kann, um mein Leben zu genießen. (Beifall.) Meine Herren, ich möchte die Frage nicht zu scharf stellen. Schroff stoßen hier die Gegensätze aneinander, und doch können sie irgendwie gelöst werden. Es ist eine Frage, sozusagen, der Akzentuierung, der Einstellung, und ich glaube, dieser Kongreß müßte doch die Einstellung haben, die wir immer hatten und noch jahrelang festhalten müssen, die uns groß gemacht hat, die uns in der Welt gegeben hat die repräsentative Bedeutung, die wir heute haben, ich meine die Einstellung, daß die Landwirtschaft des selbstarbeitenden Pioniertums die unverrückbare Basis des Aufbaus Palästinas ist. (Beifall.) Und da sind alle Elemente, die sich produktivieren lassen, die sich landwirtschaftlich ansiedeln lassen, alle sind uns willkommen. Und ich möchte nicht, daß eine Monopolstellung in irgendeiner Weise vorhanden wäre. Bei uns zum Beispiel wurden Klagen laut gegen die Machlakath Haawodah bei den Palästinaämtern. Ich kann mir denken, es liegt nicht im Parteiprogramm, in der Weltanschauung, aber es liegt vielleicht in dem Uebereifer des gegebenen Menschen, in einem Uebereifer für seine Parteieinstellung. Und der Kongreß wird beschließen müssen, daß auch die Machlakath Haawodah gemeinnützig sein soll für die ganze Zionistische Organisation (Beifall), alle Parteien und alle Schichten. Wir werden uns bald genau zu prüfen haben, was wir aus unserem armseligen Budget herausbringen können. Man soll gedenken, vergessen Sie nicht, ich sagte Ihnen, wir haben keinen Steuerexekutor und aus freiem Willen ist schwer etwas herauszubekommen. Manchmal stoßen wir wirklich wie auf einen Stein, zu dem wir reden müssen, um von ihm Geld herauszubekommen, und wir haben 228